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acatech ABSCHLUSSFORUM INTERNET PRIVACY

Privatsphäre und Vertrauen im Internet

Weltweit nutzen heute über 1,5 Milliarden Menschen das Web; in Deutschland sind es mindestens 50 Millionen. Besonders wichtig: Das Internet fördert die freie Selbstbestimmung, demokratische Partizipation und wirtschaftliches Wohlergehen. So unterstützen Informations- und Bildungsangebote im Netz die Menschen bei der Entwicklung eines selbstbestimmten Lebensentwurfs. Menschen, die eine politische Überzeugung miteinander teilen, können sich in Interessengruppen vernetzen. Durch das Internet sind in den vergangenen Jahren viele neue Jobs entstanden. Aber nahezu jedes Unternehmen, das seine Dienste im Internet ohne Bezahlung anbietet, verlangt dafür Daten und verdient mit ihnen Geld, zum Beispiel durch ihre Verwendung für gezielte Werbung. So sind persönliche Daten Ware und Währung. Das schürt Misstrauen und viele Internetnutzer sind skeptisch, ob Diensteanbieter mit ihren persönlichen Daten im Internet sorgfältig umgehen und bezweifeln, dass ihre Privatheit stets angemessen geschützt ist.

 

Das Vertrauensverhältnis zwischen Nutzern und Diensteanbietern ist aber die Grundvoraussetzung dafür, das Potenzial des Internets zum Wohle und Fortschritt der Gesellschaft voll auszuschöpfen. Darum hat acatech eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projektgruppe unter Leitung von Johannes Buchmann (CASED und Technische Universität Darmstadt) eingesetzt. Die Wissenschaftler aus Recht, Wirtschaft, Technik, Ethik und Soziologie und Wirtschaftsvertreter haben Vorschläge erarbeitet, die einen Beitrag zur Etablierung einer Kultur der Privatheit im Internet leisten und damit der Auflösung des Spannungsverhältnisses zwischen dem großen Wert des Internets für seine Nutzerinnen und Nutzer einerseits und der Sorge um die Beeinträchtigung ihrer Privatheit andererseits dienen.

 

 

„Den Umgang mit Internet-Privatheit an grundlegenden europäischen Werten zu orientieren, ist für die Entwicklung einer Kultur des Vertrauens im Internet richtungsweisend. Die konkreten Empfehlungen des Projekts liefern wichtige Impulse für die weitere Diskussion in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.“

 

Georg Schütte, Staatssekretär im BMBF

„Die Zusammenarbeit in der interdisziplinären Arbeitsgruppe hat sich als sehr fruchtbar erwiesen. Wir hoffen, dass unsere gemeinsam erarbeiteten Handlungsempfehlungen national und international von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufgegriffen werden. Gleichzeitig sehen wir erheblichen weiteren Forschungsbedarf, zum Beispiel bei der Weiterentwicklung unseres Privacy-Agenten.“

Johannes A. Buchmann, acatech Projektleiter

Diese Handlungsempfehlungen wurden am 15. Mai 2013 auf dem Abschlussforum des Projektes in Berlin vorgestellt:

 

BILDUNG - acatech empfiehlt:

BILDUNG - acatech empfiehlt:

  • Internetkompetenz für alle schaffen

  • Internetkompetenz einen festen Platz in der (vor-)schulischen Ausbildung einräumen

  • Privatheitsschutz in der Fachausbildung und Weiterbildung verankern

  • Privatheitsschutz durch öffentliche Kampagnen vermitteln

  • Forschung zu Privatheitsvorstellungen und -praktiken ausbauen   

 

Handlungsempfehlungen im Detail

 

RECHT - acatech empfiehlt:

RECHT - acatech empfiehlt:

  • technische Umsetzung den Diensten überlassen

  • Privatheitsschutzrecht anwenden, das den Nutzerinnnen und Nutzern vertraut ist

  • Einwilligung regulieren

  • Transparenz schaffen und Kontrolle ermöglichen

  • Löschen ermöglichen

  • Migration unterstützen

  • Datenschutzprinzipien beachten

  • Privatheitsschutz-Zertifizierung regeln

  • Verhaltensanreize zur Selbstregulierung erforschen

 

Handlungsempfehlungen im Detail

 

WIRTSCHAFT - acatech empfiehlt:

WIRTSCHAFT - acatech empfiehlt:

  • mehr Privatheitsschutz zur Auswahl stellen

  • Verwendung von Privacy-Agenten ermöglichen

  • Standards vereinbaren

  • Privatheitssiegel und -zertifikate entwickeln          

 

Handlungsempfehlungen im Detail

 

TECHNIK - acatech empfiehlt:

TECHNIK - acatech empfiehlt:

  • Internetdienste nach dem Prinzip „Privacy by Design“ entwickeln und betreiben

  • Informierte und bewusste Einwilligung unterstützen

  • Vergessenwerden im Internet erforschen

  • Nutzerfreundlichkeit sicherstellen

  • Nutzungskompetenz und Gestaltungsmöglichkeiten unterstützen

  • Vertrauenswürdige Auditierung unterstützen

  • Data Mining-Verfahren für „Big Data“-Privacy erforschen

  • Anonyme und pseudonyme Nutzung von Diensten ermöglichen

  • Grundlegende Methoden und Technologien weiterentwickeln

 

Handlungsempfehlungen im Detail

 

 

 

Die Referenten

Die Referenten

 

Henning Kagermann, Präsident acatech

Wolf-Dieter Lukas, Ministerialdirektor, Abteilungsleiter Schlüsseltechnologien, BMBF

Michael Halbherr, Vorstand und Executive Vice President, HERE Business Unit, Nokia

Johannes Buchmann, TU Darmstadt/acatech

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion

 

Wolf-Dieter Lukas, Ministerialdirektor, Abteilungsleiter Schlüsseltechnologien, BMBF

 

Johannes Buchmann, TU Darmstadt/acatech

 

Claudia Eckert, TU München/Fraunhofer AISEC

 

Susanne Dehmel, Bereichsleiterin Datenschutz, BITKOM

 

Marit Hansen, Stv. Datenschutzbeauftragte Schleswig-Holstein

 

Johann Penon-Ostendorf, Lehrkraft OSZ Handel 1 Berlin, Mitglied im Präsidium der GI

 


Moderation:

Karin-Irene Eiermann, Projektkoordinatorin und wissenschaftliche Referentin, acatech

Impressionen

Fotos: acatech/David Ausserhofer