Von Niklas Luhmann stammt die schöne Erkenntnis: "Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien."
Im Medienecho werfen wir einen Blick zurück auf die Sicht der Journalisten auf acatech. Keine Sammlung mit Vollständigkeitsanspruch soll so entstehen, aber ein aufschlussreicher Streifzug zu den Themen und Köpfen von acatech, Quartal für Quartal.
Der Beginn des neuen Jahres stand ganz im Zeichen der Batterie. Deutschland nicht als Leitmarkt sondern als Leitanbieter für Elektromobilität – das war der Tenor einer vielbeachteten acatech Studie, die breite Resonanz in der Presselandschaft hervorrief. In der Untersuchung, die am 21. Januar auf dem „Forum Elektromobile Stadt“ in Stuttgart vorgestellt wurde, distanzieren sich die Studienautoren von der populären Forderung nach staatlichen Anreizen für Elektrofahrzeuge. Diese würden vor allem einkommensstarken Bevölkerungsschichten zu Gute kommen, die sich ein teures elektrisch betriebenes Zweit- oder Drittauto leisten könnten. Nachhaltiger seien vielmehr Investitionen in Forschung und Entwicklung, Infrastruktur sowie in die Weiterentwicklung von Fahrzeugkomponenten, etwa dem Akku.
Das vierte Quartal beschert der Akademie schon zu Beginn eine durchaus auch kontroverse Resonanz zu Empfehlungen, die (auch) von acatech getragen werden. Die Vorstellung des im Vorquartal bereits auf vorläufigem Stand veröffentlichten Energieforschungskonzepts interessiert die Medien kaum noch.
Ein kontroverses Meinungsbild spiegelt sich in Berichten zu den Empehlungen der Akademien - ebenfalls wie beim Energieforschungskonzept mit dem Siegel der "Nationalen Akademie der Wissenschaft"- , das Gentechnikgesetz zu novellieren.
Den Beginn des dritten Quartals prägt das "Nachwuchsbarometer Technikwissenschaften". Die bislang größte Studie zur Techniksozialisation junger Menschen und zu ihren Gründen, einen technischen Beruf zu ergreifen oder lieber eine andere Laufbahn einzuschlagen. Zweiter Schwerpunkt war das Thema Synthetische Biologie. acatech hatte gemeinsam mit DFG und Leopoldina mitte Juli Empfehlungen vorgestellt, um einen frühzeitigen Dialog über diese junge Wissenschaftsdisziplin anzustoßen. Am 16. September schließlich sorgte das Energieforschungskonzept für Schlagzeilen, die erste gemeinsame Studie von acatech, BBAW und Leopoldina im Rahmen der Nationalen Akademie.
"Gesellschaften, die in Innovation investieren, kommen auch schneller wieder auf die Beine." So zitiert das Nachrichtenmagazin "Der SPIEGEL" acatech Präsident Joachim Milberg. Zukunftsinvestionen, Bildung, Bildung, das sind die großen Themen des Quartals. Ein weiteres Thema ist das acatech Präsidium: Zum ersten Juni ändert sich die Konstellation. Joachim Milberg bleibt Mitglied des Präsidiums, aber nicht als Präsident. Reinhard Hüttl und Henning Kagermann stehen nun an der Spitze der Akademie. In und zu seiner neuen Funktion steht Henning Kagermann gleich in mehreren Interviews in den Medien Rede und Antwort.
Gerade in schlechteren Zeiten sollten Absolventen aus dem Technikbereich eingestellt eingestellt werden, denn sie garantieren ein nachhaltiges Wachstum nach der Krise. So die Position der Akademie. Gleich zu Beginn des neuen Jahres konnte acatech diese Botschaft in die Medien transportieren. "Wenn sich der Rauch verzogen hat, dann stellt sich wieder die Frage: Wo kommt das Wachstum her?" Das sagte Joachim Milberg dem Bayrischen Fernsehen am Rande des Innovationsgipfels am 13. Januar.
Schon zu Beginn des vierten Quartals liegen umfangreichere Berichte und Interviews zur Akademie vor, die die Arbeit aus ganz unterschiedlicher Perspektive beleuchten.
Im Zuge der Festveranstaltung am 21. Oktober 2008 war die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften in den Medien sehr präsent - die wenigen Wochen füllen ein eigenes Kapitel im ansonsten quartalsweise erscheinenden Medienecho. Große Interviews in Wochenzeitungen und Magazinen umrahmen die Festveranstaltung. Neue Präsidiumssttruktur, die Auswirkungen der Finanzkrise auf Forschung und Entwicklung und Überlegungen zur Organisation der Politikberatung bieten Gesprächsstoff.
Die Fachthemen der Akademie stoßen auf Interesse, so etwa ein Diskussionsband zur Medizintechnik. Die Empfehlungen an die Politik aus dem Vorjahr hat die Akademie nochmals aufgegriffen. Hat die Politik sich bewegt? Sind die Zulassungswege transparenter geworden? Das Fazit fällt gemischt aus.
Zeit für ein ausführliches Gespräch mit Ortwin Renn zum Thema Nachwuchsmangel hat sich die "Süddeutsche Zeitung" genommen. Im Interview werden nicht nur zentrale Projekte der Akademie vorgestellt. Auch die Akademie selbst ist Thema ganz eigener Betrachtungen.
Das zweite Quartal als nationale Akademie wird von einem Thema dominiert: der Diskussion um die Innovationsbberatung der Bundesregierung. acatech soll dazu ein Konzept erarbeiten. Ein anspruchsvolles Thema - mit einem vielstimmigen Medienecho.