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Abschlussbericht der Ethikkommission: Atomausstieg in einer Dekade als Chance für Deutschland

Berlin,

30. Mai 2011

Deutschland soll als erstes Industrieland der Welt innerhalb eines Jahrzehnts komplett aus der Atomkraft aussteigen; die Energiewende soll durch ein Monitoring und eine Nationale Plattform Energiewende begleitet werden. Diese Empfehlungen stehen im Abschlussbericht der von der Bundesregierung eingesetzten so genannten Ethikkommission Sichere Energieversorgung, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften war in der Kommission mit acatech Präsident Reinhard Hüttl und dem Risikoforscher und acatech Präsidiumsmitglied Ortwin Renn vertreten.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel machte bei der Übergabe des Berichts in Berlin deutlich, dass sich die Bundesregierung tatsächlich an den Empfehlungen der Kommission orientieren werde. Spätestens 2022 soll laut Regierung der letzte Reaktor stillgelegt werden. Deutschland sei „Vorreiter auf dem Weg in die Energieversorgung der Zukunft“. Erst in der Nacht auf Montag hatten sich die Regierungsparteien auf eine gemeinsame Position verständigt. Im Koalitionsbeschluss hieß es zur Begründung, die Energiewende sei eine Chance für Deutschland: "In der besten Tradition deutscher Ingenieure werden dabei neue Technologien und Produkte, neue Exportmöglichkeiten und damit Beschäftigung und Wachstum entstehen." Die abschließenden Beratungen im Parlament sollen in gut einem Monat abgeschlossen sein.

Im Bericht wird ein klarer Zeitrahmen vor allem mit der dafür erforderlichen Planungs- und Investitionssicherheit begründet. „Der Ausstieg ist nötig und wird empfohlen, um Risiken, die von der Kernkraft in Deutschland ausgehen, in Zukunft auszuschließen. Er ist möglich, weil es risikoärmere Alternativen gibt. Der Ausstieg soll so gestaltet werden, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und des Wirtschaftsstandortes nicht gefährdet wird. Durch Wissenschaft und Forschung, technologische Entwicklungen sowie die unternehmerische Initiative zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle einer nachhaltigen Wirtschaft verfügt Deutschland über Alternativen: Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser, Geothermie, Biomasse, die effizientere Nutzung und gesteigerte Produktivität von Energie sowie klimagerecht eingesetzte fossile Energieträger. Auch veränderte Lebensstile der Menschen helfen Energie einzusparen, wenn diese die Natur respektieren und als Grundlage der Schöpfung erhalten.“

Laut Kommissionsbericht wird „in der zukünftigen Energieversorgung die Infrastruktur von größerer Bedeutung sein als bisher“. Neben den Stromnetzen seien dazu auch Gasnetze, die Bereitstellung von Wasser als Speicher und zur Energieproduktion, die Logistik des Lastmanagements und die Steuerung intelligenter Stromverwendung sowie die Medien zur Stromspeicherung und die
Speicher selbst zu verstehen. „Aktuelle Empfehlungen zu intelligenten Stromverteilungssystemen (smart grids), insbesondere mit Bezug auf die dezentrale Bereitstellung von erneuerbaren Energien, liegen seitens der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech vor“ heißt es in dem 48 Seiten starken Bericht auf Seite 37.