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Presseinformationen und News

acatech Festveranstaltung: Deutschland braucht eine Innovationsoffensive für den Mittelstand

Auf der acatech Festveranstaltung 2017 im Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt standen nicht nur innovationspolitische Themen auf dem Programm.

Berlin,

17. Oktober 2017

Innovationspolitische Themen der neuen Legislaturperiode standen im Mittelpunkt der Festveranstaltung von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. acatech Präsident Henning Kagermann erläuterte im Berliner Konzerthaus, warum Innovation Kooperation erfordert. Der scheidende Bundestagsabgeordnete Heinz Riesenhuber forderte einen besseren Zugang mittelständischer Unternehmen zur Spitzenforschung. acatech Präsident Dieter Spath skizzierte eine Innovationsoffensive für den Mittelstand. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein SE, erörterte diese Themen aus der Perspektive eines mittelständischen Weltmarktführers.

 

Die acatech Festveranstaltung im Wahljahr war auch ein Ausblick auf die anstehenden Themen der Innovationspolitik. acatech Präsident Henning Kagermann stellte in seiner Eröffnungsrede heraus, dass es zunehmend auf Kooperation ankommt: „Die Zukunft ist ein Gemeinschaftswerk. Innovation – ob in der Digitalisierung, bei der Energiewende oder bei der Mobilität der Zukunft – wird kooperativer und integrativer. Wir brauchen mehr Zusammenarbeit, mehr Geschwindigkeit aber auch mehr Diskussion.“ Die Gesellschaft sollte nach seinen Worten neue Technologien gestalten und sich über kulturelle, rechtliche und ethische Prinzipien verständigen. „Neue Technologien müssen so entwickelt werden, dass sie in unterschiedlichen Wertesystemen akzeptiert werden. Dafür brauchen wir einen breiten gesellschaftlichen Dialog.“


In seiner Festrede zur Technologie- und Innovationspolitik zieht der langjährige Bundestagsabgeordnete und frühere Forschungsminister Heinz Riesenhuber Bilanz: „Von Gesundheit über Umwelt bis hin zur Mobilität: Die Politik muss Technologien fördern, die Probleme lösen. Zugleich muss sie mögliche Risiken für Mensch und Natur und gesellschaftliche Kontroversen im Blick halten. Dafür brauchen wir den Dialog von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften hat sich binnen weniger Jahre zu einer wichtigen Plattform für diesen Dialog entwickelt.“ Deutschland habe ein starkes Innovationssystem. Zentral sei nun, kleine und mittlere Unternehmen stärker in Forschungskooperationen einzubinden. Heinz Riesenhuber: „Die Bundesrepublik hat mehr Hidden Champions und erfolgreiche Mittelständler als jedes andere Land rund um den Globus. Diese müssen wir noch stärker als bislang an Kooperationen mit der Spitzenforschung beteiligen.“


Diese Forderung griff acatech Präsident Dieter Spath auf. „Kleine und mittlere Unternehmen im Zentrum brauchen bessere Zugänge zu Forschungskooperationen. Auf dem Weg in die Industrie 4.0 und beim Aufbau Lernender Systeme braucht Deutschland alle Stärken aus Wissenschaft, globalen Konzernen, Hidden Champions, kleinen und mittelständischen Unternehmen und Startups. acatech möchte deshalb eine Innovationsoffensive für den Mittelstand initiieren.“ Einen weiteren Schwerpunkt legte Dieter Spath auf den demografischen Wandel. Die sozialen Sicherungssysteme müssen nach seinen Worten von immer weniger Beschäftigten getragen werden, was eine spürbare Erhöhung der Produktivität erfordere: „Unsere sozialen Sicherungssysteme – Gesundheit, Rente, Arbeit, Pflege – werden nur Bestand haben, wenn wir es schaffen, bei einer sinkenden Bevölkerungs- und Erwerbstätigenzahl die Erträge unserer Arbeit zu erhöhen. Dies gilt gleichermaßen für Fabrikhallen, Dienstleistungsbereich, Handel und Verwaltung. Lernende Systeme unterstützen uns dabei. Sie sind der nächste Schritt der digitalen Transformation.“


Aus der Sicht eines mittelständischen Weltmarktführers sprach Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein SE. Seine Botschaft: „Das Silicon Valley ist nicht die Blaupause für unseren Erfolg. Ein starker industrieller Mittelstand gehört hingegen in jedem Fall dazu.“

Verleihung des PUNKT Journalistenpreises
Auf der Bühne der Festveranstaltung würdigte acatech die Sieger des Punkt – Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie. In der Kategorie Multimedia überzeugte das Online-Dossier der Süddeutschen Zeitung „Der Facebook-Faktor“ die Jury. Der Beitrag vermisst den politischen Raum auf Facebook und integriert dabei Text, Infografik, Animation und Erklärvideo. Darüber hinaus können sich Nutzer ihre eigene Facebook-Seite im politischen Raum anzeigen lassen: „Vorbildlicher Datenjournalismus, der persönlich betrifft“, so das Fazit der PUNKT-Jury. Für das Einzelmotiv „Grundlagenforschung“ aus der Fotoserie „Unsichtbares sichtbar machen“ wurde Sven Döring ausgezeichnet. Auf den ersten Blick zeigt das Foto eine Alltagssituation im Labor – etwas ist auf den Boden gefallen und verschwunden. Auf den zweiten Blick zeigt sich ein vielschichtiges und emotionales Portrait aus der Welt der Forschung und Wissenschaft. Das acatech Fotostipendium erhielt der freie Fotograf und Fotojournalismus-Student David Carreño Hansen für sein Projektvorhaben „Technischer Fortschritt bei Alltagstechnologien“. Er fragt darin, inwieweit neue Technologien zum Fortschritt in der Gesellschaft beitragen. Die Verbindung von Forschung und Alltag sowie die kritische Auseinandersetzung mit technologischer Innovation überzeugte die Jury.





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