Nutzername
Passwort

Passwort vergessen?

 

Ansprechpartner

 Schultz Lennart


Lennart Schultz

Referent Kommunikation Büro des Vorsitzenden der Nationalen Plattform Elektromobilität
acatech Geschäftsstelle
schultz@acatech.de
T +49 (0)89/52 03 09-43


Presseinformationen und News, Aktuelles Thema

Basis für Markthochlauf der Elektromobilität: NPE veröffentlicht Fahrplan für einheitliche Standards

Übergabe der Deutschen Normungs-Roadmap Elektromobilität 2020 der Nationalen Plattform Elektromobilität an die Bundesregierung. V. l. n. r.: Roland Bent (Phoenix Contact), Rainer Bomba (BMVI), Matthias Machnig (BMWi), Henning Kagermann (acatech, NPE). (Quelle: e-mobil BW / KD Busch)

Berlin,

24. April 2017

Die von acatech Präsident Henning Kagermann geleitete Nationale Plattform Elektromobilität veröffentlicht heute die Deutsche Normungs-Roadmap Elektromobilität 2020 und gibt dazu eine Presseinformation heraus.

 

Auf der Hannover Messe überreichte Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) und acatech Präsident, die Deutsche Normungs-Roadmap Elektromobilität 2020 an die Bundesregierung. Diese zeigt den konkreten Status und Handlungsbedarf der Normung, Standardisierung und Zertifizierung zur Weiterentwicklung der Elektromobilität auf, beispielsweise beim kabellosen Laden. Staatssekretär Rainer Bomba aus dem Bundesverkehrsministerium sowie Staatssekretär Matthias Machnig aus dem Bundeswirtschaftsministerium nahmen die Roadmap entgegen.

 

Als Schirmherr der MobiliTec auf der Hannover Messe 2017 betonte Henning Kagermann bereits in seiner Eröffnungsrede die außerordentliche Relevanz von international einheitlichen Normen und Standards, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. „Normen öffnen den Markt. Sie sichern internationale Interoperabilität und schaffen Investitionssicherheit. Sie bilden die Grundlage für den  Markthochlauf von Elektrofahrzeugen.“ Das internationale Engagement der deutschen Normungsgremien unterstütze dabei ein europaweit einheitliches Gesamtsystem der Elektromobilität.

 

Roland Bent, Chief Technology Officer bei Phoenix Contact und stellvertretender Vorsitzender der NPE Arbeitsgruppe Normung, Standardisierung und Zertifizierung, hob den Stellenwert einheitlicher Normung für die Bedürfnisse der Fahrerinnen und Fahrer von Elektrofahrzeugen hervor: „Die Nutzer wünschen sich einen kundenfreundlichen Zugang an der nächsten Ladesäule mit einem einfachen Bezahlsystem. Dafür sind einheitliche Ladeschnittstellen ebenso notwendig wie transparente und diskriminierungsfreie Abrechnungsmodelle. Möglich ist dies nur durch einheitliche Standards. Diese sorgen für Investitionssicherheit, etwa bei Herstellern, Energieversorgern oder Ladesäulenbetreibern.“ Damit unterstützten sie den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Erweiterung der Modellvielfalt an Elektrofahrzeugen.

 

Die Deutsche Normungs-Roadmap Elektromobilität 2020 stellt die bisherigen Normungsaktivitäten beim kabelgebundenen Laden dar und fasst den aktuellen Stand vor allem bei Anforderungen zur Sicherheit, Fahrzeugtechnik und zu Ladeschnittstellen zusammen. Erreicht wurde insbesondere die europaweite Durchsetzung des Combined Charging System (CCS). Die Arbeiten an den Normen für einen einheitlichen Ladestecker und für einheitliche Anforderungen an die Ladeschnittstellen wurden erfolgreich abgeschlossen. Sie fanden mit der EU Richtlinie 2014/94/EU über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe bereits 2014 Eingang in die europäische Gesetzgebung. In Deutschland schreibt die Ladesäulenverordnung der Bundesregierung die Ausrüstung von Ladestationen mit genormten Steckverbindungen  „Typ 2“ und „Combo 2“ als Mindeststandard verbindlich vor.

 

Die Normungs-Roadmap adressiert auch zukünftige Herausforderungen wie das Laden mit höheren Ladeleistungen. So sollten die fahrzeug- sowie infrastrukturseitigen Voraussetzungen für das Laden mit Leistungen von 150 kW bis zu 400 kW geschaffen werden. Um das kabellose Laden flächendeckend zu realisieren, werden bereits heute die Standards entwickelt.

 

Um zukünftig das Laden an jeder Ladesäule zu ermöglichen, sind heute die Weichen bei den Voraussetzungen der Informations- und Kommunikationstechnologie zu stellen. Notwendig ist dazu unter anderem ein einheitliches Authentifizierungskonzept. Die Arbeitsgruppe empfiehlt in diesem Kontext eine europaweit einheitliche Struktur zur ID-Vergabe, um ein interoperables, länderüberschreitendes Laden an allen Ladestationen zu ermöglichen – für Vertragskunden wie für spontanes Ad-hoc-Laden.

 

Im Rahmen der „Energy“ – Leitmesse für integrierte Energiesysteme und Mobilität auf der Hannover Messe – wurde das MobiliTec Forum für eine Podiumsdiskussion genutzt, um mit Dr.-Ing. Joachim Damasky (VDA), Dr.-Ing. Ingo Diefenbach (BDEW), Ansgar Hinz (VDE), Rüdiger Marquardt (DIN) und Dr. Klaus Mittelbach (ZVEI) zu diskutieren, weshalb Normen und Standards für einen erfolgreichen Massenmarkt grundlegend sind.