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Presseinformation, Aktuelles Thema

Experten zeigen Strategien und Wege für eine klimafreundliche Mobilität auf

acatech/Franquesa

Berlin,

11. Dezember 2017

Im Verkehrssektor sind die Emissionen in den letzten Jahren gestiegen statt gesunken. Um die Luft in den Städten kurzfristig zu verbessern, stellt die Bundesregierung Kommunen in einem Sofortprogramm eine Milliarde Euro für Mobilitätsprojekte bereit. Doch wie legt man sich langfristig auf neue Wege fest? Müssen jetzt schon Entscheidungen für Pfade getroffen werden, die möglicherweise später nur schwer verlassen werden können? Die Analyse "Pfadabhängigkeiten in der Energiewende. Das Beispiel Mobilität" des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) zeigt Strategien für den Umgang mit Pfadabhängigkeiten auf und will damit Politiker in ihrem Entscheidungsprozess unterstützen

 

Städte und Kommunen erhalten mit dem „Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020“ der Bundesregierung mehr finanziellen Spielraum, um neue Mobilitätskonzepte für die Verkehrswende umzusetzen. Denn die Zeit drängt und schnelle Entscheidungen sind notwendig. Haben sich Kommunen aber einmal festgelegt, ist der Umstieg auf einen alternativen Ansatz mitunter schwierig und teuer – es können Pfadabhängigkeiten entstehen. Dabei weiß niemand derzeit genau, welche Technologien sich in den nächsten Jahrzehnten durchsetzen werden. Welche Strategien politischen Akteuren helfen, schon heute sinnvolle Entscheidungen für das Energiesystem der Zukunft zu treffen, zeigt die Analyse Pfadabhängigkeiten in der Energiewende. Das Beispiel Mobilität des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“.

„Die Entscheidungstheorie kann Kommunal- und Bundespolitikern bei der Gestaltung eines zukunftsfähigen Mobilitätssystems und auch beim Umbau der Energieversorgung helfen. Sie zeigt übergreifende Strategien auf und erleichtert es, Lösungen bewusst auszuwählen und dabei trotzdem flexibel zu bleiben“, erklärt Armin Grunwald, Leiter des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und Co-Leiter der ESYS-Arbeitsgruppe. Zwei wichtige Kriterien für eine Entscheidungsfindung sind grundsätzlich der Zeitpunkt und die Anpassungsfähigkeit. In der Analyse erörtern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie man mit diesen Kriterien umgehen kann.

Alte Abhängigkeiten überwinden, neue Abhängigkeiten vermeiden
Die heutigen Mobilitätsformen sind durch teils weit zurückliegende Entscheidungen geprägt. Für eine echte Verkehrswende müssen diese Pfadabhängigkeiten überwunden werden – etwa, indem der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene oder Wasserwege verlagert wird. Der Umbau des Mobilitätssystems kann mitunter zu neuen Abhängigkeiten führen. „Setzen Städte beispielsweise auf Elektrofahrzeuge, führt dies zu einem erhöhten Strombedarf und zusätzlichen Herausforderungen für die Verteilnetze. Das muss nicht grundsätzlich schlecht sein – Entscheidungsträger sollten sich potenzielle Pfadabhängigkeiten aber deutlich bewusst machen und im Wissen um diese handeln“, erläutert Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie GmbH und Co-Leiter der ESYS-Arbeitsgruppe. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des von acatech, Leopoldina und Akademieunion getragenen Projekts empfehlen, Pfadabhängigkeiten frühzeitig bei der Entwicklung von Mobilitätskonzepten zu berücksichtigen.





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