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Dossier Hydraulic Fracturing

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Hydraulic Fracturing: Rolf Emmermann vertritt die acatech Position auf dem GeothermieKongress 2015 in Essen

Essen,

3. November 2015

In seiner Keynote auf dem Geothermiekongress des Bundesverbands Geothermie e.V. stellte Rolf Emmermann am 3. November 2015 in Essen die POSITION Hydraulic Fracturing von acatech vor. Sein Fazit: Wissenschaftlich lässt sich ein generelles Verbot nicht begründen. Der Einsatz des Verfahrens muss jedoch strengen Sicherheitsvorgaben folgen, klar geregelt sein und umfassend überwacht werden. Rolf Emmermann skizzierte darauf aufbauend mögliche Pilotvorhaben.

 

acatech hat Chancen und Risiken des Hydraulic Fracturing abgewogen. Die resultierende POSITION vertrat Projektleiter Rolf Emmermann auf dem Geothermiekongress des Bundesverbands Geothermie. In seinem Beitrag ging er eingangs auf Mythen und Fakten des Frackings ein. So haben sich beispielsweise Bilder von brennenden Wasserhähnen im Umfeld von Bohrungen als irreführend erwiesen: Das aus Brunnen gewonnene Wasser war mit natürlichem Erdgas aus oberflächennahen Vorkommen durchsetzt – ein Umstand, der völlig unabhängig von Fracking-Vorhaben auftritt. Dagegen habe die Vorstellung, dass durch Fracs erzeugte Risse sich bis in oberflächennahe Grundwasservorkommen ausdehnen, nichts mit der Realität zu tun. Zwischen den Fracs und diesen Trinkwasserschichten liegen mehr als 1000 Meter Sediment. Eine derart große Ausbreitung der Risse sei physikalisch nicht möglich.

Der Einsatz der Technologie zur Gewinnung von Erdöl, Erdgas oder Erdwärme müsse allerdings klar geregelt sein, strengsten Sicherheitsgaben folgen, und kontinuierlich überwacht werden. Die Risiken seien unter diesen Voraussetzungen gut beherrschbar. Die acatech POSITION führt einen Katalog von Best-Practice-Maßnahmen auf, die ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleisten.

In seinem Vortrag ging Rolf Emmermann besonders auf die tiefe Geothermie ein: Sie könne als klimaschonende, grundlastfähige Form der Energiebereitstellung eine wichtige Rolle spielen. Ein genereller Verzicht auf Hydraulic Fracturing allerdings würde auch die Geothermie in Deutschland unmöglich machen. Dagegen empfahl Rolf Emmermann mindestens zwei Pilotprojekte zur Gewinnung von Strom und Heizwärme aus petrothermalen Reservoiren, davon eines im Bereich petrothermaler Systeme mit geologischen Störungszonen und eines in „trockenen“ petrothermalen Systeme in Kristallin- oder Hartgestein. Um die Weiterentwicklung und Markteinführung der Tiefengeothermie voranzutreiben, müssten alle relevanten Marktakteure und Stakeholder rund um die technischen und wissenschaftlichen Aspekte der Tiefengeothermie zusammengeführt werden. Die Erfahrung beim Fracking zur Gewinnung von Öl und Gas zeige, dass dabei die Bevölkerung ebenfalls frühzeitig mit eingebunden werden müsse.