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Jann Gerrit Ohlendorf

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News, Aktuelles Thema

Konferenz zu Wasserknappheit in Nordostdeutschland: globaler Wandel – lokale Wirkung

acatech Präsident Reinhard F. Hüttl bei der Begrüßungsrede zur Konferenz in den Räumen des GeoForschungsZentrums Potsdam

Potsdam,

23. April 2010

Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf die regionalen Wasserressourcen, welche Veränderungen sind im Wasserhaushalt Nordostdeutschlands konkret zu erwarten? Welche Anpassungsmaßnahmen sind in Anbetracht sinkender Grundwasser- und Seenpegel sinnvoll? Sollte Wasser teurer werden? Bei einer von acatech und dem Deutschen GeoForschungsZentrum organisierten Konferenz am 22. und 23. April in Potsdam suchten Experten nach Antworten. Eine halbtägige Exkursion machte die Konferenzthemen in ausgewählten Moor- und Feuchtgebieten der Region anschaulich.

 

Die Konferenz „Aktuelle Probleme im Wasserhaushalt von Nordostdeutschland: Trends, Ursachen, Lösungen“ brachte erstmals Wissenschaftler jenseits von Länder- und Fachgrenzen zusammen, die drängende Probleme thematisierten: Der von Landwirtschaft und Bergbau strapazierte Wasserhaushalt muss zusätzlich höhere Temperaturen, mehr Verdunstung und längere Trockenphasen bewältigen. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf die Wasserversorgung aus, die vielerorts mit einer Verringerung grundwassergespeister Seespiegel von ein bis zwei Metern in den vergangenen 20 bis 30 Jahren zu kämpfen hat.


acatech Präsident Reinhard Hüttl, Leiter des Akademie-Projektes „Georessource Wasser – Herausforderung Globaler Wandel“, hielt die Eröffnungsrede. In einem tags zuvor veröffentlichtem Interview warnte er vor übereilten Fehlschlüssen, die der Komplexität des Themas nicht gerecht würden: „Es besteht kein Zweifel, dass sich das Klima verändert“. Wie stark sich allerdings der anthropogene Anteil, der nicht zu negieren sei, auswirke, sei noch nicht geklärt. Allerdings könne man schon heute am Beispiel Brandenburgs feststellen: Der globale Klimawandel „ist direkt vor unserer Haustür“ angekommen.


Die Exkursion, die von rund 50 Experten, Journalisten und Konferenzteilnehmern begleitet wurde, machte die zuvor diskutierten Themen greifbar. Während die Fallstudie „Moosfenn“ mit einem ausgetrockneten Moor die negativen Folgen des Wandels auf den Wasserhaushalt vor Augen führt, verdeutlichte das Beispiel der „Löcknitzwiesen“, südwestlich von Potsdam, wie erfolgreiche Renaturierungsmaßnahmen aussehen können. Ziel der acatech Projektgruppe sind nachhaltige Strategien für die Bewirtschaftung der Georessource Wasser im Kontext des globalen Klimawandels.