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Presseinformation

Mensch und Maschine – in bester Gesellschaft? acatech Festveranstaltung mit Bundespräsident Gauck

Auf der acatech Festveranstaltung am 12. Oktober in Berlin hielt Bundespräsident Joachim Gauck die Festrede. (Foto: acatech/P. Himsel)

Berlin,

13. Oktober 2016

Künstliche Intelligenz verwandelt Werkzeuge und Maschinen in selbstständige Helfer der Menschen, die lernen und eigene Entscheidungen treffen. Wie sich damit das Verhältnis von Mensch und Maschine verändert, war das Thema der acatech Festveranstaltung am 12. Oktober in Berlin. Die Festrede hielt Bundespräsident Joachim Gauck.

 

Ob Handy, Roboter oder vernetzte Infrastruktur: Intelligente Systeme nehmen ihre Umwelt wahr. Sensoren sind ihre Augen und Ohren, ihre Nasen und ihr Tastsinn. Sie werden lernfähig, treffen zunehmend eigene Entscheidungen und beeinflussen ihre Umwelt. Künstliche Intelligenz verändert unsere Umgebung, die Wirtschaft, unser Zusammenleben und letztlich auch das Bild von uns selbst. In seiner Rede spannte Bundespräsident Joachim Gauck den Bogen von Karel Čapek, der in einem Theaterstück 1920 erstmals den Begriff Roboter verwendete, zu den heutigen gesellschaftlichen Fragen der künstlichen Intelligenz. Die neuen Technologien „werfen eine Fülle von sozialen, ethischen, rechtlichen und kulturellen Fragen auf, denen wir uns stellen müssen. Ich finde, wir sollten das mit Pioniergeist tun – und mit Zuversicht, dass es gelingen wird, die Herausforderungen gemeinsam zu meistern“, appellierte Joachim Gauck.

 

acatech Präsident Henning Kagermann erläuterte in seiner Rede den aktuellen Stand und die Zukunftsvision intelligenter Systeme: „In der Industrie verlassen Roboter die Käfige und arbeiten Schulter an Schulter mit den Menschen. Im Verkehr nehmen uns Fahrzeuge immer mehr Aufgaben ab und bewegen sich in vernetzten Verkehrssystemen. Künstliche Intelligenz tragen wir am Körper, nutzen sie in den eigenen vier Wänden und schaffen mit ihr flexible Infrastrukturen. Als Gesellschaft sollten wir darüber diskutieren wie wir künstliche Intelligenz im Sinne der Menschen einsetzen.“

 

Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften möchte den Dialog zwischen Politik, Gesellschaft und den Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft fördern. acatech Präsident Reinhard F. Hüttl hob hervor: „Wir möchten technologische Entwicklungen wie den Einzug der künstlichen Intelligenz frühzeitig in die öffentliche Diskussion bringen. Deshalb binden wir in unseren Arbeitskreisen gesellschaftliche Fragen ein und suchen den Dialog.“

 

Unterschiedliche Perspektiven auf das Thema des Abends brachte die Podiumsdiskussion zusammen. Über künstliche Intelligenz aus technischer, ethischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht sprachen:

  • Peter Dabrock (Vorsitzender Deutscher Ethikrat)
  • Milagros Caiña Carreiro-Andree (BMW-Vorstandsmitglied für Personal- und Sozialwesen)
  • Ortwin Renn (acatech Präsidiumsmitglied, Wiss. Direktor des IASS Potsdam)
  • Elisabeth André (Universität Augsburg, Lehrstuhl für Human Centered Multimedia)
  • Sami Haddadin (Universität Hannover, Institut für Regelungstechnik)

 

Zum Abschluss der Veranstaltung gehörte die Bühne den Siegern des Journalistenpreises PUNKT. Norbert Lossau, Ressortleiter Wissenschaft bei der WELT, zeichnete im Namen der PUNKT-Jury die Gewinner aus: Den Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie PUNKT erhalten in diesem Jahr Michael Spehr und Lukas Weber für ihren gemeinsamen Beitrag „Die smarte Kapitulation“ (FAZ) und Reto Schneider für „Das Duell“ (NZZ Folio). Beide Texte setzen sich mit der Digitalisierung auseinander – in einer Reflexion, wem das Smart Home nutzt, und im Selbstexperiment Mensch gegen Maschine, Gehirn gegen künstlichen Intelligenz.

 

Der Abend stand damit ganz im Zeichen der künstlichen Intelligenz. Ihre Auswirkungen auf die industrielle Wertschöpfung untersucht acatech in unterschiedlichen Projekten und Arbeitskreisen. Im von Henning Kagermann geleiteten Fachforum Autonome Systeme arbeiten über 60 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Sie entwickeln Empfehlungen und Anwendungsbeispiele, leiten Vorschläge für gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen ab und möchten die gesellschaftliche Debatte zum Einzug der künstlichen Intelligenz in unterschiedliche Lebensbereiche anregen.