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Aktuelles Thema, Presseinformation

Vom Bit zum Boden: „acatech am Dienstag“ zu Perspektiven der Bioökonomie

Markus Vogt, Jörg Migende und Ingrid Kögel-Knabner diskutieren mit dem Moderator Marc-Denis Weitze (v.l.n.r.) über die Zukunft der Bioökonomie (Foto: acatech)

München,

16. Mai 2017

Ob Nahrungsmittel, Materialien, Energie, chemische Grundstoffe: Die wirtschaftliche Bedeutung der Bioökonomie wächst mit den Ansprüchen an die Nachhaltigkeit. In der Debatte um Bioökonomie müssen wirtschaftliche, wissenschaftliche, politische und gesellschaftliche Aspekte abgewogen werden. Am 16. Mai diskutierten acatech Mitglied Ingrid Kögel-Knabner (TU München), Jörg Migende (BayWa AG) und Markus Vogt (LMU München) bei „acatech am Dienstag“ über die Zukunft der Bioökonomie. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Katholischen Akademie in Bayern statt.

 

Bioökonomie nutzt biologische Ressourcen wie Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen. Zu ihren Zielen zählen Klimaschutz, Ernährungssicherung, nachhaltige Konsum- und Produktionsbedingungen und der Erhalt von Naturgütern. Über die bereits klassischen Bereiche der Bioökonomie wie Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, Energie, Rohstoffe und Pharma hinaus wirkt die Bioökonomie heute auch in Branchen wie Automobilindustrie, Maschinenbau und IT.

 

Ingrid Kögel-Knabner, Jörg Migende und Markus Vogt erörterten die Facetten und vielfältigen Verständnisse der Bioökonomie anhand aktueller Anwendungsbeispiele und sprachen ebenso gesellschaftliche Kontroversen an. So betreffen Fragen der Bioökonomie das Spannungsverhältnis von Vorsorge- und Innovationsprinzip, industrialisierter und ökologischer Landwirtschaft sowie die Kontroversen um Gentechnik und Genome Editing.

 

Ingrid Kögel-Knabner erläuterte Standpunkte des Bioökonomierats, dem sie angehört. Bioökonomie ziele auf Ressourcenschutz und eine biobasierte Kreislaufwirtschaft ab. Jörg Migende, Chief Digital Officer der BayWa AG, stellte heraus, dass Präzisionslandwirtschaft lediglich über digitale Steuerung funktionieren könne. Für die digitale Landwirtschaft sei es dabei bedeutsam, die Arbeitsbelastung der Landwirte zu senken, den Ressourceneinsatz zu optimieren, effizienter zu wirtschaften sowie die Nachhaltigkeit der eingesetzten Methoden zu verbessern. Der Leiter des Lehrstuhls für Christliche Sozialethik an der Ludwig-Maximilians-Universität München Markus Vogt formulierte ethische Bedingungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Über den Schutz der Natur und die Biodiversität hinaus müssen auch die Ästhetik und Lebensqualität des ländlichen Raums bewahrt werden. Die Bioökonomie rufe Vogt zufolge Überzeugungskonflikte hervor, die eine offene, faire gesellschaftliche Debatte erfordern.

 

Die Gäste waren sich einig, dass Bioökonomie das Gleichgewicht zwischen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit halten muss. Fazit der Veranstaltung: Bioökonomie muss den forschungspolitischen Diskurs verlassen. Bioökonomie wirft wissenschaftliche, wirtschaftliche, gesellschaftliche und ethische Fragen auf, die  systemisch und in einer breiten Debatte zu ihrem Verständnis und ihren Zielen erörtert werden müssen.