Nutzername
Passwort

Passwort vergessen?

 

Presseinformationen und News, Aktuelles Thema

Wanka zur acatech Kompetenzentwicklungsstudie Industrie 4.0: KMU setzen auf Kundenorientierung

Übergabe der Kompetenzentwicklungsstudie: Fraunhofer Präsident Reimund Neugebauer (v.l.n.r.), Projektleiter Michael ten Hompel (TU Dortmund), Forschungsministerin Johanna Wanka und acatech Präsident Henning Kagermann (Foto: Svea Pietschmann/acatech).

München/Hannover,

25. April 2016

Qualifizierung ist der Schlüssel für einen Zuwachs an guter Arbeit durch die Industrie 4.0. Dafür braucht es maßgeschneiderte Weiterbildungsmöglichkeiten. Insbesondere kleinere Unternehmen könnten dabei von digitalen Lernlösungen profitieren, weil sie Wissen flexibel und einfach verfügbar machen. Zu diesem Ergebnis kommt die Kompetenzentwicklungsstudie von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die Projektleiter Michael ten Hompel heute auf der Hannover Messe an Bundesministerin Johanna Wanka übergab. Wanka stellte heraus, dass viele kleinere Unternehmen mittels Industrie 4.0 insbesondere ihre Kundenorientierung stärken wollen.

 

Nur knapp ein Viertel der Unternehmen in Deutschland qualifizieren ihre Belegschaften spezifisch für die Industrie 4.0, obwohl eine Mehrheit der Betriebe die Digitalisierung als Chance sieht. Sowohl hoch- als auch niedrigqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen maßgeschneiderte Fortbildungsangebote für die vernetzte, digitale Arbeitswelt.

 

"Wir sehen an den Studienergebnissen, dass gerade KMU nicht nur auf digitale Kompetenzen setzen, sondern auf die Kundenorientierung der Mitarbeiter. KMU wollen Industrie 4.0 viel stärker für neue, kundenorientierte Arbeitsprozesse nutzen", sagte Johanna Wanka anlässlich der Berichtsübergabe. Beim Wandel in Arbeitswelt und Produktionsprozessen kommt es laut Wanka darauf an, durch Forschung die Arbeitsplätze der Zukunft aktiv mitzugestalten. Das BMBF hat dafür das Programm "Zukunft der Arbeit" gemeinsam mit Gewerkschaften und Arbeitgebern gestartet. "Wir wollen als Gewinner aus der neuen industriellen Revolution hervorgehen", so Wanka.

 

Gefragt ist nicht nur Spezialwissen

Die Digitalisierung erfordert Weiterbildung, eröffnet aber auch neue Wege für lebenslanges Lernen. Die Möglichkeiten reichen von E-Learning-Programmen, Wikis über Online-Kurse bis hin zur schnellen Unterstützung an den Maschinen über mobile Assistenzsysteme. Bislang nutzt jedoch nur jedes dritte Großunternehmen und nicht mal jedes fünfte kleinere Unternehmen in Deutschland digitale Lernlösungen. Mit dem Online-Kurs "Hands-on Industrie 4.0" haben acatech und das Hasso-Plattner-Institut ebenfalls zum 25. April ein erstes Angebot geschaffen, das Orientierungswissen zur Industrie 4.0 kostenlos verfügbar macht.

 

"Menschen steuern in Zukunft ihre Prozesse mithilfe digitaler Assistenten. Hiermit besteht auch eine gute Chance eigenständiges, verantwortliches Arbeiten in einer Industrie 4.0 zu fördern. Dies erfordert Fortbildung und Qualifizierung: Die arbeitenden Menschen brauchen nicht nur Spezialwissen über Informationstechnologien, sondern auch Prozess- und Medienkompetenz und die Fähigkeit interdisziplinär zu denken", so acatech Projektleiter Michael ten Hompel über die Umfrageergebnisse.

 

Umfrage zur Kompetenzentwicklung Industrie 4.0

Die Expertengruppe von acatech identifiziert und analysiert den Qualifizierungsbedarf insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen. Für ihre Kompetenzentwicklungsstudie Industrie 4.0 hat sie 345 Unternehmen in Deutschland online befragt und begleitende Interviews mit Fachleuten aus Wissenschaft und Wirtschaft geführt. Auf dieser Grundlage hat die Projektgruppe einen Demonstrator für die Online-Qualifizierung entwickelt. Dieser veranschaulicht mediendidaktische Grundlagen und bietet sogenannte Wissensnuggets für die Industrie 4.0.