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Im Milliardenmarkt der Eingebetteten Systeme hat Deutschland eine starke Position – könnte sie aber bei der nächsten Generation, den Cyber-Physical Systems, einbüßen. Deshalb hat acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften auf einem Symposium am 2. Februar 2010 in München gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ein „Integriertes Forschungskonzept Cyber-Physical Systems“ auf den Weg gebracht und am 18. Februar im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt.
Wie Deutschland den Generationenwechsel Eingebetteter Systeme meistern kann, erläutern Henning Kagermann, Präsident acatech, Paul S. Otellini, CEO Intel, gemeinsam mit Reinhold Achatz, Forschungsdirektor Siemens, und Wolf-Dieter Lukas, Ministerialdirektor im Bundesministerium für Bildungund Forschung, und Manfred Broy, Technische Universität München, bei einem Pressegespräch am 18. Februar in München.
„Nach unserer Einschätzung hat Deutschland gute Chancen, Leitanbieter in wichtigen Zukunftsfeldern zu werden. Diese Chancen sehen wir insbesondere im Bereich der Elektromobilität, bei der Zukunft intelligenter Energienetze (Smart Grids), aber auch bei den weitgehend im Verborgenen arbeitenden Cyber-Physical Systems.“
Henning Kagermann, Präsident acatech
„Wir sehen die Embedded Computing-Initiative der acatech als Ausdruck für deutschen Erfindergeist. Die deutsche Elektronikindustrie hat mehr als 150 Jahre lang eine sehr hohe Messlatte für den technologischen Fortschritt gesetzt. Wir freuen uns, in Zusammenarbeit mit acatech dieses Erbe fortzusetzen, um neue Marktchancen zu schaffen und innovative Embedded Computing-Lösungen zu liefern.“
Paul S. Otellini, Präsident und CEO Intel Corporation.
Hier finden Sie zusätzliche Info-Materialien zum Pressegespräch Cyber-Physical Systems am 18. Februar 2010.
Hintergrund - Intel - White Paper - Embedded Processors
Hintergrund - Intel - Intelligente Lösungen für das Embedded Internet der Zukunft
Weitaus die meisten Prozessoren steuern nicht Computer und Notebook, sondern eingebettete softwareintensive Systeme – allein in einem modernen Mittelklassewagen sind es rund 70. Das Neue in diesem Technologiebereich: Die Eingebetteten Systeme werden zunehmend miteinander vernetzt.
Eingebettete Systeme erheben nicht nur Daten und verarbeiten sie vor Ort, sondern leiten Daten auch weiter, kommunizieren mit anderen eingebetteten Systemen und mit Zentralrechnern.
Sie werden Teil des Cyberspace und bilden als physikalische Objekte die neuen „Cyber-Physical Systems“. Es geht also um die Verschmelzung der realen physischen Welt und digital-virtuellen Welten.
Eine Ahnung von der zunehmenden Allgegenwart und Vernetzung im Sinne eines Internets der Dinge erhalten die Verbraucher bereits in der Unterhaltungselektronik – von der Playstation über Smartphones bis zum iPad.
Cyber-Physical Systems ermöglichen aber auch ganz neue industrielle Anwendungen mit hohem wirtschaftlichem Potenzial, etwa selbststeuernde Logistiksysteme, neue Systeme zur Verkehrssteuerung oder aber auch intelligente Stromnetze (Smart Grids). Der Anteil von Software an Innovation und Wertschöpfung wächst, damit wachsen allerdings auch die Anforderungen an Sicherheit und Qualität, etwa in puncto Ausfallsicherheit.
Das Projekt zum Integrierten Forschungskonzept Cyber-Physical Systems wurde angestoßen bei einem Symposium zum Thema am 2. Februar. Die Vorträge des Symposiums stehen unten zum Download zur Verfügung.
Begrüßung von Henning Kagermann (acatech)
Vorstellung der Nationalen Roadmap - Embedded Systems durch den Steuerkreis
Präsentation - Dr. Hieronymus Fischer (ESG)
Präsentation - Klaus Beetz (Siemens AG)
Präsentation - Manfred Broy (TU München)
Zusammenfassung - Dieter Spath (acatech)
acatech erarbeitet in dem 18-monatigen Projekt ein Integriertes Forschungskonzept für Cyber-Physical Systems.
Zielsetzung:
1. Herausstellung der wirtschaftlichen Bedeutung der Cyber-Physical Systems im Hinblick auf
2. Ermittlung des Stands von Deutschland im europäischen und internationalen Vergleich (Benchmarking) und der Positionierung wichtiger Akteure in ausgewählten technologischen Kompetenzfeldern – auch im Hinblick auf die Frage, wo Kooperationen zu suchen sind und wie das Gebiet zu entwickeln ist.
3. Aufstellung einer langfristigen Forschungsagenda mit priorisierten Forschungsthemen und Abschätzungen für den Forschungsaufwand. Vorschläge für Projekte, die das Gebiet nach vorne bringen und flankierende Maßnahmen im Bereich der Ausbildung und des Aufbaus von Netzwerken.