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Akademiensymposium zu Energieforschungskonzept: Suche nach Perspektiven für Deutschland

12. April 2010

Bei einem internationalen Akademiensymposium in Berlin haben Leopoldina, acatech und Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften drängende Handlungsfelder der Forschung dargelegt und zur Diskussion gestellt. Grundlage des Symposiums ist das gemeinsam erarbeitete Energieforschungskonzept, das die Akademien am 15. Oktober 2009 vorgelegt hatten.

 

Das Energieforschungskonzept ist die erste gemeinsame Stellungnahme der Akademien. Nach den Worten von Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, war es ein Lernprozess für alle Beteiligten. Aufgabe wissenschaftlicher Politikberatung könne es sein, das Spektrum der Argumente zu erweitern. Hilfreich sei es dabei, sich bewusst zu machen, dass es bei einem Thema wie der Energieversorgung sehr unterschiedliche Interessen gebe. So sei es für die Politik eine Herausforderung, zwischen unterschiedlichen Ressorts wie Forschungs- und Wirtschaftsministerium eine Abstimmung zu erreichen. In der Sphäre der Wirtschaft seien die Perspektiven ebenfalls sehr unterschiedlich. Beispielsweise sei die Sicht eines globalen Energieversorgers eine andere als die der Stadtwerke. Die Medien wiederum hätten vor allem die Bruchstellen im Sinn und weniger den Konsens. Vor diesem Hintergrund sei auch die aus wissenschaftlicher Sicht möglicherweise verengte Berichterstattung zu erklären. „Genutzt wurde die Bruchstelle, nicht der Systemansatz“.

 

Von den Akademien wünsche er sich mehr Mut, neben der Darstellung der Möglichkeiten auch konkretere Empfehlungen abzugeben. Etwa zu einer besseren Gestaltung der Forschung für Energiespeicherung, die er als zu zersplittert charakterisierte. Als Vertiefung des vorliegenden Energieforschungskonzepts, das bereits Akzeptanzfragen erörtert, hielt er eine Erweiterung um ökonomische Aspekte für wichtig.

 

Ferdi Schüth machte für die Koordinatoren deutlich, dass der gewählte Detaillierungsgrad es der Wissenschaft erlaubt habe, kaum Kompromisse eingehen zu müssen. Frank Behrendt, neben Eberhard Umbach einer der beiden acatech Koordinatoren, ergänzte: „Wenn wir etwas geschafft haben, dann ist es das, dass wir einen systemischen Ansatz verwirklicht haben.“

 

Welche Schlussfolgerungen sollten aus dem Forschungskonzept konkret gezogen werden? Wie wird das Zukunftsthema Energie in Schweden eingeschätzt? Was wissen große Energieversorger oder auch Verhaltensforscher über die Energienutzung? Diese Fragen waren anschließend Gegenstand von Einzelreferaten und einer Diskussionsrunde. Dort wurde neben der Sicht aus Wissenschaft und Politik auch die Einschätzung der Nichtregierungsorganisation NABU-Bundesverband einbezogen.