
In der acatech Sonderpubli-kation "Zur Gründungsge-schichte der Deutschen Akademie der Technik-wissenschaften" wurde nicht nur die wechselvolle Geschichte, welche der Gründung von acatech vorausging, aufbereitet , sondern auch ihre weitere Entwicklung.
Die Gründung von acatech vollzog sich vor dem Hintergrund einer langen Tradition wissenschaftlicher Akademien in Deutschland, in denen sich bis dato vor allem Natur- und Geisteswissenschaftler zusammengeschlossen hatten.
Als Werner von Siemens 1873 Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften wurde, galt ihm diese Ehrung ausschließlich als Wissenschaftler, nicht aber als Erfinder und Industrieller. So betonte es die Akademie – und auch Werner von Siemens in seinen Lebenserinnerungen. Bis weit ins 20. Jahrhundert galten die Ingenieurwissenschaften als angewandte Naturwissenschaften – und nicht als eigenständige Disziplin.
Vielleicht weil diese Einschätzung ganz im Gegensatz steht zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung der Technikwissenschaften, entwickelte sich die Akademie in den 1990er Jahren in schnellen Schritten.
Die ersten Initiativen zu einer Deutschen Akademie der Technikwissenschaften gab es bereits im Kaiserreich. Um die Jahrhundertwende standen die Zeichen dazu gut - doch erst fast hundert Jahre später kam es zur Gründung des Konvents für Technikwissenschaften.
Der Vorlauf war lang, dann ging es sehr schnell. Binnen zehn Jahren, von 1997 bis 2007, stieg acatech vom Konvent zur nationalen Akademie auf.