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EURO-CASE

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Rudolf Hielscher

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Projekt und Veranstaltung

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Energiewende: Günther Oettinger spricht auf acatech Veranstaltung in Brüssel

Brüssel, 26. November 2012

 

Europa ist der Schlüssel für eine effiziente und ordnungspolitische Umsetzung der Energiewende in Deutschland. Darüber sprachen Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik mit EU-Energiekommissar Günther Oettinger auf einer Veranstaltung von acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften am 26. November in Brüssel. Die Akademie empfiehlt in ihrer Position zur finanzierbaren Gestaltung der Energiewende, den EU-Emissionsrechtehandel als Leitsystem einer technologieoffenen Förderung einer nachhaltigeren Energieversorgung in Europa wiederzubeleben. Die Förderung erneuerbarer Energien sollte marktwirtschaftlich orientiert und europaweit harmonisiert werden.

 

Ohne Europa keine bezahlbare Umsetzung der Energiewende in Deutschland, lautete die Botschaft des Wirtschaftsweisen Christoph M. Schmidt. Auf der hochrangig besetzten Veranstaltung mit EU-Energiekommissar Günther Oettinger stellte er die Ergebnisse der acatech Position "Die Energiewende finanzierbar gestalten" vor. Die Akademie gibt darin Empfehlungen für effiziente ordnungspolitische Instrumente auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Vor allem muss der EU-Emissionsrechtehandel als bevorzugtes Förderungsinstrument von Grünstromtechnologien wiederbelebt werden. Durch eine Stärkung dieses Instruments und die europaweite Harmonisierung marktorientierter Fördermodelle in den Mitgliedsländern, wie beispielsweise eines Quotenmodells für die erneuerbaren Energien, lässt sich die Energiewende zielgerichteter und wesentlich kostengünstiger umsetzen. Nur so kann Deutschland auch seiner internationalen Vorreiterrolle für mehr Nachhaltigkeit in der Energieversorgung gerecht werden.

EU-Kommissar Günther Oettinger dankte acatech und Christoph M. Schmidt für diesen wichtigen Beitrag zur wissenschaftsbasierten Beratung der deutschen und europäischen Energiepolitik. Er bestätigte, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Energiepolitik ein perfektes Beispiel dafür sei, wie die EU einen Mehrwert für alle Mitgliedsstaaten biete. Eine Kleinstaaterei in der Energiepolitik stehe der Idee des Energiebinnenmarkts entgegen und verteuere unnötig die Energiewende für Verbraucher in Europa.

Die hochrangige Expertenrunde mit Christian Ehler, MdEP, Matthias Dürr, RWE, Harald Schwager, Vorstand BASF, sowie Bernard Tardieu von der französischen Akademie NATF diskutierte vor rund 150 geladenen Gästen Perspektiven der deutschen und europäischen Energiepolitik. Ottmar Edenhofer, PIK Potsdam und IPCC, wies auf die Bedeutung der nationalen und europäischen Bemühungen für den globalen Klimaschutz hin: "Nur wenn es gelingt, eine hinreichend große Staatenallianz für den Klimaschutz zu schmieden, wird die Energiewende letztlich auch einen effektiven Beitrag zur Bekämpfung des globalen Klimaproblems leisten." Die Chancen für ein umfassendes internationales Engagement für den Klimaschutz stünden dabei umso besser, je effizienter die Wende in Deutschland gelinge.

 

acatech Präsident Reinhard F. Hüttl machte deutlich, dass noch viele Fragen zur konkreten Ausgestaltung der Energiewende unbeantwortet sind. Die Akademien können nach seinen Worten einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Politik und Gesellschaft unabhängig, gemeinwohlorientiert und auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse kompetent beraten. Reinhard F. Hüttl kündigte an, dass die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften in einer neuen Initiative ihre fachliche Kompetenz in Wissenschaft und Wirtschaft verstärkt für die Energiewende zur Verfügung stellen wird.


Die acatech POSITION "Die Energiewende finanzierbar gestalten" wurde von einer Gruppe namhafter Ökonomen und Technikwissenschaftler in einem Projekt unter der Leitung des Wirtschaftsweisen Christoph M. Schmidt erarbeitet.