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Workshop "Secure and sustainable energy supply? Outlook on energy policies in Sweden and Germany"

Peter Nygårds (IVA), Frank Behrendt (acatech), Justus Lentsch (BBAW), Elisabeth Nilsson (IVA), Bernd Pischetsrieder (acatech) (v.l.n.r.)

München,

5. November 2009

Eine nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung – die Zielsetzung gilt international. Aber sind auch die Wege für jedes Land die gleichen? Über die Perspektiven in Deutschland und Schweden diskutierten Vertreter der Königlich Schwedischen Akademie der Technikwissenschaften (IVA) und acatech im Rahmen eines Workshops am 5. November 2009 im Münchener SiemensForum. Grundlage waren aktuelle Stellungnahmen der Akademien zum Thema, die von den Projektleitern Peter Nygårds (IVA) und Frank Behrendt (acatech) sie beim Workshop zur Diskussion gestellt wurden.

 

Peter Nygårds, Vizepräsident der Swedbank und ehemaliger Staatssekretär des Industry- und Handelsministeriums, stellte die Resultate des schwedischen Energieprojektes mit dem Titel „Energy Crossroads“ vor. Das Projekt hatte zum Ziel, ein neues schwedisches Energiekonzept zu entwickeln. Hierbei wurden vor allem die Konsequenzen von verschiedenen politischen Entscheidungen beschrieben. Fünf Richtungen wurden schließlich als die wichtigsten Schritte für eine zukünftige Energiepolitik identifiziert: Die Priorität von Energieeffizienz, die Investition in klimafreundliche Maßnahmen, die Investition in E-Mobilität, die weitere Verwendung von Kernenergie und die Vorbereitung auf ein wärmeres Klima.

Frank Behrendt stellte das Konzept für ein integriertes Energieforschungsprogramm vor, das acatech, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften im Auftrag von Bundesforschungsministerin Annette Schavan erstellt haben. Er begründete in seinem Vortrag vor allem die Position der Akademien, dass Energieforschung alle Technologieoptionen einschließen muss, damit der Politik auch langfristig breite Handlungsoptionen eröffnet bleiben. Diese Position fand auf Seiten der IVA Zustimmung. Wie das schwedische Energieprojekt beschäftigt sich auch das Energieforschungsprogramm mit Szenarien, die je nach politischer Entscheidung verschiedene Konsequenzen nach sich ziehen.
 
Der Workshop bot jedoch nicht nur die Möglichkeit, sich über den Bereich Energie auszutauschen. Thema war auch die Rolle von Akademien als Beratungsinstitutionen von Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sowohl die älteste Technikakademie Europas IVA wie auch die relativ junge acatech setzen beide auf das Modell "Akademie" mit dem Anspruch, zu einer aufgeklärten und nachhaltigen Meinungsbildung beizutragen. Die Referenten waren sich einig, dass der Austausch zwischen nationalen Akademien zunehmend an Bedeutung gewinnen muss, wenn Akademien auch in einer globalisierten Welt die Rolle von unabhängigen Beratern einnehmen wollen.


Um diese Bestrebungen zu unterstützen hat die Schwedische Botschafterin Ruth Jacoby die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen. Die Botschafterin betonte die Notwendigkeit eines internationalen Austausches von Wissenschaft und die Verantwortung von Akademien, diesen zu befördern. Dies gelte besonders für Fragen wie den Klimawandel und die Wirtschaftskrise -Themen, die Schweden im Rahmen der derzeitigen EU-Ratspräsidentschaft als die wichtigsten europäischen Fragen identifiziert hat. Die Botschafterin begrüßte daher in ihrer Rede Thema und Ziel der Veranstaltung.

Der Workshop baute auf einem Treffen auf, das im März in Berlin zwischen den Akademien stattgefunden hat. Im Rahmen des Energieprojektes „Energy Crossroads“ hatte eine Delegation von 22 Wissenschaftlern, Politikern und Wirtschaftsvertretern den Wissens- und Meinungsaustausch mit dem wichtigsten Handelspartner Schwedens gesucht. Die Delegierten der schwedischen Akademie tauschten sich im März mit acatech Mitgliedern und Experten aus dem Energiesektor aus. Die Ergebnisse sind in das Energiepapier der Schwedischen Akademie der Technikwissenschaften eingeflossen.