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ROUND TABLE WISSENSCHAFT-WIRTSCHAFT

Wege zu neuem Wachstum

Wachstum ist in Deutschland zu einem Reizwort geworden: Kritiker stellen den Wert des Wachstums per se in Frage; Skeptiker sehen das Ende eines wohlstandsmehrenden Wachstums wegen begrenzter Ressourcen und demografischer Veränderungen voraus. Die Finanzkrise hat verdeutlicht, dass das Wachstum der Zahlen und Bilanzen von realem Wirtschaften weit entfernt sein kann. In den Medien wird - das macht eine exklusive Studie für den Round Table deutlich - kaum über wichtige Wachstumsfaktoren wie Forschung & Entwicklung oder Innovation berichtet. Welche Perspektiven haben vor diesem Hintergrund Wertschöpfung und Beschäftigung? Beim Round Table der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften suchten Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft nach neuen Wegen zu nachhaltigem Wachstum.

 

„Wir wissen aus anderen Studien, dass die Deutschen per se ganz und gar nicht innovationsfeindlich sind – eigentlich die beste Voraussetzung dafür, dass es gelingen kann, gemeinsam ein neues, zeitgemäßes Wachstumsverständnis zu finden." 

"Der Round Table soll bewusst machen, dass das Wachstum der Zukunft nicht immer mehr vom Selben bedeutet, sondern nach Schumpeter ein Prozess schöpferischer Zerstörung ist. Neben neuen Produkten und Verfahren können uns auch Geschäftsmodell- und Verhaltensinnovationen helfen, selbst bei erheblich geringerem Ressourceneinsatz höheren Mehrwert zu schaffen und so unsere Wettbewerbsfähigkeit auszubauen. Indem wir beispielsweise sparsamer produzieren und umsichtiger mit Energie haushalten, können wir unseren Vorsprung als Leitanbieter bei Umwelttechnologien ausbauen“


Henning Kagermann, Präsident acatech

 

„Für die mittel- und langfristige Sicherung von Beschäftigung in Deutschland ist Wachstum durch Innovation unerlässlich. Dem entsprechend sollte das politische Ziel der Forschungsförderung auch durch mehr private und staatliche Investitionen in Forschung und Entwicklung unterstützt werden. Deutschland muss Leitanbieter für innovative, ressourcenschonende Produkte bleiben und in einigen Bereichen noch werden. Nur qualitatives Wachstum wird nachhaltig Wohlstand und Beschäftigung sichern.“

 

Bernd Pischetsrieder, Chairman Round Table und Vizepräsident acatech

 

Video: Eindrücke und Statements vom Round Table 2010

Video: Eindrücke und Statements vom Round Table 2010

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Video: Sind wir mit dem Wachstum am Ende?

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Eindrücke aus der Veranstaltung

Teilnehmer an der Diskussion beim Round Table

Teilnehmer an der Diskussion beim Round Table

Günter von Au (Süd-Chemie AG)

Markus Beumer (Commerzbank Aktiengesellschaft)

Werner A. Borrmann (A.T. Kearney GmbH)

Bernhard H. Bürklin (HOCHTIEF AG)

Richard Gaul

Jürgen Großmann (RWE AG)

Peter Gruss (Max-Planck-Gesellschaft)

Christian von Hirschhausen (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin))

Berthold Huber (IG Metall)

Reinhard Hüttl (acatech)

Henning Kagermann (acatech)

Otto Kentzler (Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. (ZDH))

Jürgen Kluge (Franz Haniel & Cie. GmbH)

Dieter Kurz (Carl Zeiss AG)

Berthold Leibinger (TRUMPF GmbH + Co. KG)

Joachim Maier (Max-Planck-Institut für Festkörperforschung)

Jörg Mannsperger (DEKRA AG)

Hartmus Mehdorn (Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG)

Meinhard Miegel (Denkwerk Zukunft - Stiftung kulturelle Erneuerung )

Joachim Milberg (acatech)

Michael Naumann (Redaktion Cicero)

Bernd Pischetsrieder (acatech)

Ortwin Renn (Universität Stuttgart)

Roland Schatz (Media Tenor International)

Robert Schlögl (Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft)

Ulrich Schröder (KfW Bankengruppe)

Burkhard Schwenker (Roland Berger Strategy Consultants GmbH)

Steffen Seibert (ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN)

Hermann Simon (SIMON-KUCHER & PARTNERS)

Dieter Spath (acatech)

Günter Spur (Technische Universität Berlin)

Frank Thielemann (UNITY AG)

Peter Walter (Kreisverwaltung Offenbach)

Werner Widuckel (Audi AG)

Bernd Josef Wieczorek (Egon Zehnder International GmbH)

Hans-Peter Wiendahl (Universität Hannover)

Manfred Wittenstein (WITTENSTEIN AG)

Johann-Dietrich Wörner (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.)

Studie Media Tenor "Wachstum D - Report 2010" (Auszüge)

Die Studie „Wachstum D – Report 2010“ basiert auf einer kontinuierlichen Auswertung der deutschen Medien. Im Jahr 2009 hat Media Tenor dazu insgesamt 60.654 Beiträge in 24 deutschen TV- und Printmedien (Politik- und Wirtschaftsressort) ausgewertet – darunter 737 über Wissenschaft, Technologie, Forschung und Entwicklung. 

 

Medien in Moll

Deutsche Meinungsführer-Medien haben 2009 ein pessimistisches Bild der Wirtschaftslage gezeichnet. Fakten, die nicht ins Negativszenario passten, etwa eine überraschend robuste Entwicklung im Dax oder bei den Arbeitslosenzahlen, fanden vergleichsweise wenig Widerhall. Deutschlands auflagenstärkste Zeitung war noch das optimistischste Medium. Die analysierten Beiträge umfassen den gesamten Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2009.

 

 

Medien glauben den Wissenschaftlern

Wissenschaftler zählen im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Technologien zu den wenigen Akteuren, die von den Medien eindeutig positiv bewertet werden. Wirtschaftsvertreter dagegen kommen in der Technologieberichterstattung schlecht weg.  

 

 

Innovation / Wissenschaft / F&E

Neue Technologien – das ist in Deutschlands Unternehmen Chefsache. Dass zwei Drittel der F&E-Ausgaben auf Unternehmen entfallen, spiegelt die Medienberichterstattung allerdings nicht wider. Nur jeder fünfte Beitrag der Technologieberichterstattung berichtet über Unternehmen. In Berichten über Technologiethemen kommen Vertreter der Wirtschaft schlecht weg: Fast 40 Prozent der Aussagen über sie sind negativ, positive Aussagen kommen ganz selten vor – ganz im Gegensatz zu Berichten über Wissenschaftler, die in mehr als der Hälfte der Aussagen gelobt werden, aber kaum kritische Beurteilungen einstecken müssen. 

 

Innovation / Wissenschaft / F&E

Wachstumsthemen, also beispielsweise Berichte, wie Unternehmen in der Zukunft ihr Geld verdienen, spielen in Darstellungen der wirtschaftlichen Lage eine sehr untergeordnete Rolle. In der Reihenfolge der Wachstumsfaktoren wiederum glauben Medien vor allem an die Gestaltungskraft des Staates. Faktoren wie Innovation oder Produktivität,  Ausbildung und Qualifikation spielen kaum eine Rolle.