Quantencomputer – Wie die Quantenmechanik unsere Zukunft prägt
München, 17. November 2025
Quantencomputing ist eine neue Art des Rechnens, die den Gesetzen der Quantenphysik folgt. In den letzten Jahren haben Forschung und Entwicklung große Fortschritte gemacht: Wissenschaftler verstehen die Grundlagen und Funktionsweisen von Quantencomputern immer besser, während Durchbrüche bei Hardware, Software, Algorithmen und Anwendungen erzielt wurden. Wie sich diese Technologie weiterentwickeln wird, erklärte Heike Riel am 11. November 2025 bei „acatech am Dienstag“, einer Veranstaltung in Kooperation mit vhs. wissen live.
Claudia Eckert, Präsidentin von acatech, begrüßte die über 1.000 zugeschalteten Gäste und stellte die Referentin des Abends vor: Heike Riel, IBM Fellow und Head Science & Technology sowie acatech Mitglied, gab zunächst einen Überblick über die Geschichte der Quantentechnologie. Die letzten hundert Jahre waren erst der Anfang: Zwar prägt die Quantentechnologie unser Leben bereits – etwa durch Solarzellen, Laser, Atomuhren oder MRT-Geräte –, doch in den kommenden Jahren wird sie noch weitreichendere Veränderungen bringen.
Eine neue Dimension des Rechnens
Quantencomputer arbeiten mit Qubits (Quantenbits) statt klassischen Bits. Diese ermöglichen es, bestimmte komplexe Probleme – etwa in der Materialforschung, Kryptographie oder KI-Optimierung – exponentiell schneller zu lösen, da sie viele Möglichkeiten gleichzeitig berechnen können. Klassische Computer arbeiten hingegen sequenziell. Dennoch werden Quantencomputer herkömmliche Systeme nicht vollständig ersetzen, sondern sie durch hybride Ansätze ergänzen, um die jeweiligen Stärken optimal zu nutzen.
Der Vortrag von Heike Riel ist hier in einer Aufzeichnung zu sehen:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Quantencomputer im Wohnzimmer?
In der Fragerunde nach dem Vortrag fragten die Gäste, ob Quantencomputer eines Tages auch in privaten Haushalten stehen könnten. Heike Riel verneinte dies: Der Zugang werde grundsätzlich über die Cloud erfolgen. Und die Frage, was nach der Quantentechnologie kommt, konnte sie zwar nicht beantworten – versprach aber, dass uns Quantencomputing für die nächsten Jahre und Jahrzehnte einiges bieten werde. Das werde auch neue Bildungswege erfordern. In wenigen Jahren werde der erste fehlerkorrigierte Quantenrechner verfügbar sein; spätestens dann brauche es Fachleute, die Algorithmen entwickeln und die Technologie in Arbeitsprozesse integrieren können.






