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Die Zukunft des Fliegens

Über die Zukunft des Fliegens sprach Sabine Klauke bei acatech am Dienstag. © Airbus

München, 18. März 2025

Fliegen bringt Menschen zusammen und ermöglicht grenzüberschreitenden Austausch – gesellschaftlich wie auch wirtschaftlich. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten werden weltweit immer mehr Menschen Flugzeuge als komfortable und ökoeffiziente Transport- und Reisemittel einfordern und damit den Wachstumsmarkt Luftverkehr vor Herausforderungen in puncto Umwelt- und Klimaeinflüsse stellen. Welche Maßnahmen derzeit ergriffen werden, um bei der globalen Luftfahrt im Jahr 2050 das Ziel einer Netto-Null bei den CO2-Emissionen zu erreichen, erklärte Sabine Klauke den über 300 online zugeschalteten Gästen am 13. März bei acatech am Dienstag in Kooperation mit vhs.wissen live.

In seiner Begrüßung gab acatech Präsident Jan Wörner einen Überblick über die Historie des Fliegens, von Dädalus und Ikarus bis Charles Lindberg. Auch in den letzten Jahrzenten entwickelten die Menschen Vorstellungen, wie die Zukunft des Fliegens ausschauen könnte. So manche Prototypen seien weiterhin aktuell, auch wenn eine Serienproduktion noch auf sich warten ließe. Konkret zeigte das Jan Wörner am Beispiel eines Flugzeugs, dessen Flügel mit der ganzen Breite des Rumpfes verbunden sind, um die Aerodynamik zu verbessern und Platz zu schaffen – ein Thema auch bei nachhaltigen Kraftstoffen und neuen Antrieben.

Den vollständigen Vortrag von Sabine Klauke finden Sie hier:

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Die Zukunft des Fliegens zwischen steigender Nachfrage und Klimaschutz

Die Luftfahrt verbinde Menschen und Märkte weltweit und spiele eine entscheidende Rolle in der globalen Wirtschaft, eröffnete Sabine Klauke, Chief Technology Officer (CTO) bei Airbus, ihren anschließenden Vortrag. Aktuell sei eine der größten Herausforderungen, einerseits der steigenden Nachfrage gerecht zu werden und andererseits den Klimaschutz zu gewährleisten. Ein selbstgestecktes Ziel der globalen Flugzeugindustrie sei die Erreichung von Netto-Null CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050. Vor dem Hintergrund, dass ein Flugzeug normalerweise 100 Tonnen wiege, mit 70 Metern pro Sekunde beschleunigt werde, um dann mehrere tausend Kilometer zurückzulegen, sei dies recht ambitioniert, so Sabine Klauke. Um die Klimawirkung des Fliegens zu reduzieren, könne an verschiedenen Punkten angesetzt werden. So könne beispielsweise der Treibstoffverbrauch der Flugzeuge durch eine verbesserte Effizienz der Flugzeuge (Einsatz von Leichtbaumaterialien, veränderte Aerodynamik oder neue Materialien) und einen besser koordinierten Luftraum mit optimierten Routen reduziert werden.

Das Potenzial nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF)

Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe, die aus erneuerbaren Quellen stammen und somit die CO2-Emissionen erheblich senken können, erklärte Sabine Klauke. Diese sogenannten Sustainable Aviation Fuels (SAFs) können von vorhandenen Flugzeugen getankt und mit der vorhandenen Infrastruktur verwendet werden und umfassen alle Flugkraftstoffe, die anders als herkömmliches Kerosin ohne die Verwendung von fossilen Rohstoffen wie Erdöl hergestellt werden und einen reduzierten CO2-Fußabdruck aufweisen. Für die Herstellung von SAFs werden heutzutage hauptsächlich biogene Reststoffe wie Altspeiseöl genutzt. Diese seien eine echte Alternative zu fossilem Flugkraftstoff. Zwar ist ein Einsatz von bis zu 50 Prozent SAFs zertifiziert, die begrenzte Verfügbarkeit führt allerdings dazu, dass der Anteil an SAFs unter den Flugkraftstoffen im Jahr 2024 bei 0,53 Prozent lag. Das wäre, als wolle man mit vier Esslöffeln Benzin 100 Kilometer weit fahren, so machte Sabine Klauke das große Missverhältnis deutlich.

Entwicklung und Implementierung disruptiver Technologien

Als Flugzeugbauer arbeite Airbus an der Entwicklung und Implementierung disruptiver (Antriebs-)Technologien. Zwar musste Airbus den Zeitplan für die Entwicklung von wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen-Flugzeugen um ein paar Jahre verschieben, dennoch wird an der Weiter- und Neuentwicklung von Flugzeugen beständig weitergearbeitet. Die Aerodynamik der Flügel, hin zu schmaleren, dafür aber längeren und klappbaren Flügeln, sei ein Aspekt, an dem man aktuell arbeite, so Sabine Klauke. Auch böten die Motoren noch Optimierungsmöglichkeiten, wobei hierbei weitere Faktoren von Lärm bis Reisegeschwindigkeit mitbedacht werden müssten. Langfristig verfolge Airbus das Ziel, einen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Motor zu entwickeln. Doch neben neuen Motoren werde dadurch auch eine neue und andere Infrastruktur an und um Flughäfen nötig, um Wasserstoff zu verwenden und sicher zu transportieren. Die Lagerung von Wasserstoff sei eine große Herausforderung, nicht nur am Boden, sondern auch in den Flugzeugen. Um dieselbe Reichweite zu erzielen, müsse das Tankvolumen vier Mal so groß sein wie bisher, erklärte Sabine Klauke. Das führe zwangsläufig zu veränderten Flugzeugarchitekturen. Sabine Klauke zeigte sich motiviert und zuversichtlich, dass diese Herausforderungen bewältigt werden können. Sie sei überzeugt, dass Fliegen auch in Zukunft verbinden werde – persönlich wie wirtschaftlich.

In der anschließenden Diskussion wurden weitere Aspekte der Zukunft des Fliegens vertieft, seien es die regulatorischen Rahmen, die der Einsatz von SAFs erfordere, die Unterstützung der Piloten zur automatisch unterstützten Steuerung der Flugzeuge oder die Klimawirkung von Kondensstreifen.

Das Thema “Synthetische Kraftstoffe” steht erneut bei acatech am Dienstag am 01.04.2025 im Mittelpunkt. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Teilnahme finden Sie hier.

Schlagwörter

acatech am Dienstag | acatech in Bayern | Dialog & Debatte | Technik & Gesellschaft

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