Euro-CASE Jahresveranstaltung 2025
Wien, 29. September 2025
Der europäische Akademienverbund Euro-CASE vereint nationale Akademien der angewandten Wissenschaften, Technik und Ingenieurwissenschaften. Jährlich richtet eine Mitgliedsakademie die Jahresveranstaltung aus, die den internationalen Austausch über zentrale Zukunftsfragen der Technik- und Ingenieurwissenschaften fördert. Unter dem Leitthema „Complex Systems: Shaping the Future for a Resilient Society“ fand das Euro-CASE-Symposium am 29. September 2025 in Wien statt. Gastgeberin war die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Das Symposium widmete sich der Frage, wie komplexe Systeme gestaltet werden können, um die Resilienz unserer Gesellschaft zu stärken. Ergänzend zum Symposium tagten am 30. September die Gremien und Arbeitsgruppen der Mitgliedsakademien, um die europäische Zusammenarbeit weiter auszubauen.
Symposium Complex Systems: Shaping the Future for a Resilient Society“
acatech war mit den Mitgliedern Reinhard Hüttl, Robert Schlögl und Georg Brasseur beim öffentlichen Symposium der Euro-CASE-Jahresveranstaltung 2025 in Wien vertreten. Das von Georg Brasseur (Technische Universität Graz und acatech) moderierte Energy Panel widmete sich den komplexen Wechselwirkungen zwischen Energie, Klima und Gesellschaft.
In seinem Beitrag zeigte Reinhard Hüttl (EEI Eco-Environment Innovation und acatech) auf, welche Schlüsselrolle Böden im Zusammenspiel von Klimawandel und erneuerbaren Energien spielen. Er betonte, dass eine nachhaltige Energiewende nur gelingen kann, wenn Boden- und Landnutzungsstrategien integrativ berücksichtigt werden. Die weiteren Impulse von Robert Schlögl, Stefan Freunberger (ISTA) und Louis de Fontenelle (Université de Pau) beleuchteten die technologischen, chemischen und rechtlichen Aspekte einer resilienten Energiezukunft.
Auch die Themen Gesundheit und Umwelt standen im Mittelpunkt eigener Panels, die verschiedene Perspektiven auf komplexe Systeme in Medizin, Klimaforschung und Umweltpolitik eröffneten.
Das Symposium verdeutlichte insgesamt, dass Resilienz nur durch ein ganzheitliches Verständnis vernetzter Systeme erreicht werden kann – von naturwissenschaftlichen Grundlagen über technologische Innovationen bis hin zu gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen.
Im Rahmen der am folgenden Tag stattfindenden Gremiensitzung wurden wichtige strategische Weichen für die kommenden Jahre gestellt. acatech wird künftig im Executive Committee von Euro-CASE vertreten sein. Zudem wurden neue Arbeitsgruppen mit acatech-Beteiligung ins Leben gerufen:
- Die Arbeitsgruppe „Soils: Synergizing Climate Protection and Climate Adaptation“ zielt darauf ab, Synergien zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung zu identifizieren und die Rolle von Böden als Kohlenstoffspeicher sowie als Ressource für nachhaltige Landnutzung zu stärken.
- Die Arbeitsgruppe „Critical Review of the Euro-CASE Energy Report Energy Transition in Europe – Common Goals but Different Paths“ wird den Euro-CASE-Report von 2019 evaluieren, um bisherige Ergebnisse zu reflektieren, erfolgreiche Ansätze zu identifizieren und die europäische Perspektive um eine globale Dimension zu erweitern.
Mit Vorfreude blicken alle Beteiligten nun auf die Euro-CASE-Jahreskonferenz 2026 in Belfast zum Thema „Resilience of Digital and Physical Infrastructure“ – und auf die Impulse, die sie für die Zukunft resilienter Infrastrukturen setzen wird.



