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Industrial Metaverse: Von der Vision zur industriellen Realität

© Chinese Academy of Engineering: Mehr als 150 Expertinnen und Experten nehmen am Workshop teil

Wuhan, 23. März 2026

Wie wird das Industrial Metaverse von einer Vision zur Realität? Der 10. Deutsch-Chinesische Workshop in Wuhan zeigte: Zentrale Technologien sind längst in der Industrie angekommen, und ihre Weiterentwicklung erfordert internationalen Austausch. 

In Wuhan fanden sich am 23. und 24. März Expertinnen und Experten aus Deutschland und China auf dem 10. Deutsch-Chinesischen Workshop zusammen, um Entwicklungen rund um das Industrial Metaverse zu diskutieren. Veranstaltet wurde er gemeinsam von acatech, der Chinese Academy of Engineering (CAE), dem MÜNCHNER KREIS sowie der Huazhong University of Science and Technology. Der Workshop ist Teil einer seit 2012 gewachsenen Zusammenarbeit und hat sich als verlässliches Dialogformat zwischen Wissenschaft, Industrie und institutionellen Akteuren etabliert.

Anwendung des Industrial Metaverse

Zhou Ji (Chinese Academy of Engineering) und Michael F. Zäh (acatech, TU München) eröffneten den Workshop. Sie hoben die langjährige Zusammenarbeit als tragfähige Grundlage für den internationalen Austausch hervor.

© Chinese Academy of Engineering: Zhou Ji eröffnet den Workshop

© Chinese Academy of Engineering: Michael Zäh spricht Eröffnungsworte

Im Zentrum der Diskussionen stand das Industrial Metaverse als integratives Konzept, das physische und digitale Produktionswelten verbindet. Beiträge aus Deutschland und China zeigten dabei ein komplementäres Bild: Während deutsche Perspektiven vor allem systemische Zusammenhänge und Geschäftsmodelle betonten, standen auf chinesischer Seite konkrete Anwendungen und Skalierung im Fokus.
Michael Dowling (acatech, MÜNCHNER KREIS) brachte die vielfältigen Ansätze auf den Punkt: „Das Industrial Metaverse eröffnet nicht nur technologische, sondern auch neue wirtschaftliche Perspektiven – entscheidend ist, wie diese in tragfähige Anwendungen überführt werden.“

© Chinese Academy of Engineering: Michael Dowling: Vom technologischen Potenzial zur wirtschaftlichen Anwendung
© Chinese Academy of Engineering: Diskussion zum Industrial Metaverse: Komplementäre Perspektiven aus Deutschland und China zu Technologie, Anwendung und Geschäftsmodellen.

KI, Daten und Infrastruktur als Grundlage

Die Rolle von Künstlicher Intelligenz, digitalen Zwillingen und datenintensiven Infrastrukturen setzten die Teilnehmenden in den Fokus. Michael F. Zäh illustrierte, wie Machine Learning bereits heute entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingesetzt wird – von der Planung bis zur Qualitätssicherung. Ergänzend verdeutlichten Alois Knoll (acatech, TU München) und Dieter Kranzlmüller (acatech, LMU München / LRZ), wie Hochleistungsrechnen und Simulation die Grundlage für die Abbildung und Optimierung komplexer industrieller Systeme bilden. Siegfried Zhiqiang Wu (acatech, Chinese Academy of Engineering) erweiterte diese Perspektive um die Einbettung in urbane und infrastrukturelle Kontexte. Sie verdeutlichten, wie sich industrielle und städtische Systeme zunehmend digital verzahnen.

© Chinese Academy of Engineering: Alois Knoll zu KI-gestützten Systemen und ihrer Rolle im Industrial Metaverse.
© Chinese Academy of Engineering: Dieter Kranzlmüller zur Bedeutung von Hochleistungsrechnen für datenintensive industrielle Anwendungen.
© Chinese Academy of Engineering: Siegfried Zhiqiang Wu zur Verknüpfung industrieller und urbaner Systeme im digitalen Raum.

Beiträge aus China erweiterten diese Perspektive um infrastrukturelle und technologische Entwicklungen, insbesondere im Zusammenspiel von KI, immersiven Technologien und zukünftigen Kommunikationsnetzen. So wurde deutlich, dass Themen wie „AI+XR“, immersive Kommunikation und 6G eng mit der Weiterentwicklung des Industrial Metaverse verknüpft sind und neue Formen der Interaktion sowie industrielle Anwendungen ermöglichen.

Die Diskussionen machten deutlich, dass sich das Industrial Metaverse zunehmend von einer konzeptionellen Idee zu einer realen technologischen und industriellen Plattform entwickelt. Während deutsche Beiträge insbesondere die Integration in bestehende industrielle Prozesse und Wertschöpfungsmodelle betonten, zeigten chinesische Beiträge konkrete Fortschritte bei der Umsetzung – etwa in Bereichen wie Robotik, digitaler Infrastruktur und industriellen Plattformen. Diese Verbindung aus systemischer Einordnung und technologischer Umsetzung verdeutlichte, wie stark sich beide Perspektiven gegenseitig ergänzen.

Neue Anforderungen an Ausbildung und Kompetenzen

Neben technologischen Fragen rückte die Ausbildung in den Fokus. Michael Abramovici (acatech, Ruhr-Universität Bochum) und Ömer Şahin Ganiyusufoğlu (acatech, QIAP – Qingdao International Academician Park) betonten die Notwendigkeit, Ausbildungssysteme stärker interdisziplinär, praxisnah und technologieorientiert auszurichten. Einigkeit mit den chinesischen Expertinnen und Experten herrschte auch darüber, dass zukünftige Kompetenzen verstärkt im Zusammenspiel von KI, Systemdenken und internationaler Zusammenarbeit liegen.

© Chinese Academy of Engineering: Ömer Şahin Ganiyusufoğlu zu zukünftigen Kompetenzanforderungen in einer technologiegetriebenen Arbeitswelt.
© Chinese Academy of Engineering: Michael Abramovici zur Weiterentwicklung der Ingenieurausbildung im Kontext des Industrial Metaverse.

Die chinesischen Beiträge ergänzten diese Perspektive um konkrete Reformansätze: Die stärkere Integration von KI, datengetriebenen Methoden und praxisnahen Lernformaten sowie die enge Verzahnung mit industriellen Anforderungen hoben die Vortragenden als zentrale Elemente zukünftiger Ausbildung hervor. Gleichzeitig wurde betont, dass neben technologischen Fähigkeiten auch Urteilsvermögen, Kreativität und reflektierte Entscheidungsfähigkeit entscheidend bleiben.

Einblicke in Praxis und Kontext der Zusammenarbeit

Ergänzend zum Workshop fand ein Austausch mit Vertretern der Stadt Wuhan statt. Der Empfang im Rathaus bot die Gelegenheit, den Dialog in einem erweiterten Rahmen fortzuführen und die Bedeutung des internationalen Austauschs zu unterstreichen.

Unternehmensbesuche wie bei Wuhan Metaverse Digital Industry Hub, Dongfeng Motor, Yangtze Optical Fibre and Cable Joint Stock Limited Company (YOFC) und Xiaomi veranschaulichten, wie eng technologische Entwicklung und industrielle Anwendung bereits heute verwoben sind.

© acatech: Besuch bei der Mengshi Automobile Technology Company (M-Hero) der Dongfeng Motor Group

© acatech: Zhuang Dan, President (CEO) von YOFC, gibt Einblicke in Strategie und technologische Entwicklungen des Unternehmens.

© acatech: Glasfaser-Vorformling

© acatech: Next-Generation Low-Carbon Architecture bei Dongfeng mit integrierter Struktur-, Energie- und Systemarchitektur.

Internationale Zusammenarbeit zu Industrial Metaverse bleibt zentral

Der Workshop machte deutlich: Die Weiterentwicklung des Industrial Metaverse gelingt nur im internationalen Austausch. „Gerade bei technologischen Entwicklungen dieser Komplexität ist der internationale Dialog unverzichtbar“, so Michael F. Zäh. „Er ermöglicht es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.“ 

Schlagwörter

Digitale Zwillinge | Hochleistungsrechnen | Industrial Metaverse | Industrielle Transformation | Ingenieurausbildung | Internationale Zusammenarbeit | Künstliche Intelligenz

  • Kontakt

    Dr. Karen Wagner
    acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
    Leiterin Internationales
    Tel.: +49 30 2063096-18
    wagner@acatech.de

  • Themen

    Internationales

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