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Zum neuen KI-Zeitalter trifft Wissenschaft auf Wirtschaft

© acatech

München, 26. Februar 2026

Mit einem neuen kompakten Dialogformat startete der HR-Kreis ins Veranstaltungsjahr 2026: Wissenschaft meets Wirtschaft ist ein Forum für den Austausch zwischen HR-Forschung und
-Praxis. Zur Premiere begrüßte Katharina Hölzle, Co-Gastgeberin des HR-Kreises, zwei Expertinnen zur Geschwindigkeit der KI-Entwicklung in der Arbeitswelt: Jutta Rump (Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft, Ludwigshafen) und Bettina Munimus (Deutsche Bahn AG) gaben komprimierte Einblicke in wissenschaftliche Grundlagen und erfolgreiche Integration Künstlicher Intelligenz in die Arbeitswelt.

Jutta Rump machte zu Beginn auf die Vielschichtigkeit und Vernetzung der aktuellen Transformationen – ökonomisch, ökologisch, gesellschaftlich, demografisch – aufmerksam, um sich im Weiteren auf die Handlungsfelder der Digitalen Transformation und Künstlichen Intelligenz (KI) zu konzentrieren. Welche Auswirkungen KI auf Arbeitswelt, Beschäftigte und Organisationen haben, veranschaulichte sie an zwei Schwerpunkten.

Zunächst seien da die Beschäftigungseffekte – also jene, die darauf abzielen, mit dem Einsatz von KI bestehende Arbeitsabläufe zu optimieren und zu vereinfachen, Zeit zu sparen und effizienter oder produktiver zu arbeiten. Damit verbunden sei auch die Frage nach Substitution von Teilbereichen oder ganzen Berufsbildern, aber auch nach dem Entstehen gänzlich neuer Berufe. Größtenteils spiele KI im mittleren Qualifikationsbereich bei kognitiven und manuellen Routineaufgaben ihre Stärken aus. Hier gelte es auch, bei Maßnahmen zu Re-Skilling und Up-Skilling der Beschäftigten anzusetzen.

Erschwert KI den Berufseinstieg?

Mit dem Senioritätseffekt lenkte Jutta Rump den Blick auf ein Phänomen, das besonders Berufseinsteigerinnen und -einsteiger betrifft: Einfachere Aufgaben, die traditionell in Junior-Positionen verortet waren, seien stärker von der Substitution durch KI betroffen. Das führe dazu, dass die Zahl der auszubildenden jungen Menschen in Organisationen tendenziell sinke. Wie sich dadurch Einstiegs- und Karrieremodelle verändern und welche Auswirkungen das auf die künftig benötigten Fähigkeiten hat, führte zum zweiten Schwerpunkt: den Kompetenzen.

Miteinander und füreinander – die entscheidenden Kompetenzen

Die Flut an den geforderten Future Skills mache eine Klarheit in der Priorisierung nötig, so Jutta Rump.
Es gelte, sich auf die universellen zu konzentrieren. Das seien einerseits digitale Anwendungskompetenzen, Fachkompetenzen, Verbalisierungs- und Strukturierungskompetenzen. Aber auch Lernfähigkeit, soziale Kompetenzen und Empathie, Kreativität, Optimismus und Frustrationstoleranz im Umgang mit den neuen Technologien und Anwendungen zählen dazu. Im Mittelpunkt müsse immer stehen, menschliche Fähigkeiten und technologische Potenziale zusammenbringen, damit KI für Organisationen und Beschäftigte zu einer gewinnbringenden Symbiose werden könne.

Kompetenzgefüge eilt der Struktur voraus

Mit welcher Dynamik KI in einem Konzern wie der Deutschen Bahn bereits ausgerollt wird, darüber berichtete Bettina Munimus. Die Projektleiterin im Zentralbereich Beschäftigungsbedingungen und Sozialpolitik der Deutsche Bahn AG vermittelte die Auswirkungen der Transformationsgeschwindigkeit.
KI verschiebe das Kompetenzgefüge schneller als es die Struktur abbilden könne. Das Learning daraus: Adaptionsfähigkeit werde zu einer wichtigen Kernkompetenz im Umgang mit den neuen technologischen Möglichkeiten und den daraus resultierenden Anforderungen. Das erfordere einerseits, Mitarbeitende zu begleiten, Orientierung zu vermitteln und Überforderung zu vermeiden.

Andererseits sei aber auch eine Begeisterung in der individuellen Anwendung festzustellen, wie Bettina Munimus an einem Beispiel verdeutlichte: 12.500 Mitarbeitende der Deutschen Bahn hätten im Rahmen der Power-Plattform – einem niedrigschwelligen Einstiegstool zur Digitalisierung eigener Prozesse –  bereits 7.000 Applikationen selbst erstellt, um die eigene Arbeit effizienter zu gestalten. 5.000 davon seien in der Teamumgebung im Einsatz. Ihr Fazit: Beschäftigte werden sich künftig kontinuierlich weiterbilden müssen – also nicht linear mehrere Ausbildungen abschließen, sondern Weiterbildung permanent und on the job integrieren. Denn die digitale und ökonomische Transformation werden Unternehmen grundlegend verändern – was ein umfassendes Umdenken in allen unternehmerischen und organisatorischen Ebenen voraussetzt.

KI: Gekommen, um alles umzukrempeln

In der anschließenden, von Katharina Hölzle moderierten Diskussion zeigten sich weitere Aspekte und Erfahrungswerte aus der KI-Anwendung: So könne die Vielfalt an nötigen Future Skills besser bewältigt werden, indem verstärkt auf Teamkompetenz geachtet werde und die unterschiedlichen Kompetenzen in Unternehmen auf mehrere Rollen aufgeteilt werden. Auch auf Fehlerquellen wiesen Teilnehmende hin: Lernende Modelle bergen die Gefahr, immer wieder Gleiches oder auch Falsches zu reproduzieren. Das mache Fachwissen weiterhin unentbehrlich und zu einer wichtigen sozialen Verantwortung: Denn nur damit lassen sich KI-Ergebnisse sicher bewerten und Gefahrenquellen vermeiden. Generell – so die abschließende Zusammenfassung – gelte es, KI nicht nur als technologische Investition zu betrachten, sondern als ein neues Zeitalter zu begreifen.

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Schlagwörter

Arbeitsmarkt | Arbeitswelten der Zukunft | HR Kreis | Künstliche Intelligenz

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