„Material makes the difference“: Strategiediskussion Materialwissenschaft und Werkstofftechnik
Berlin, 13. Oktober 2025
Innovative Materialien sind überall und unverzichtbar. Sie sind Enabler von Schlüsseltechnologien, wie sie etwa die Hightech-Agenda Deutschland fokussiert. Dennoch spielen sie in der gesellschaftlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle. Wie kann sich das ändern? Diese und andere strategische Fragestellungen standen im Mittelpunkt der Sitzung des acatech Themennetzwerks Materialwissenschaft und Werkstofftechnik am 13. Oktober 2025.
Ein Fazit der Diskussion: „Material makes the difference“ – dieser Gedanke müsse stärker auf der politischen Agenda und im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. Eine starke Materialforschung und die schnellere Umsetzung der Ergebnisse in innovative Produkte bilden die Grundlage für die Innovationskraft Deutschlands und Europas und damit für Souveränität, Wohlstand und Sicherheit.
Wie kann eine bessere Verankerung in Politik und Gesellschaft und schnellere Umsetzung neuer Ansätze im Material- und Werkstoffsektor gelingen? Dazu gab es Impulse von Frank Mücklich (Universtität des Saarlandes und Sprecher des Themennetzwerks Materialwissenschaft und Werkstofftechnik), Uwe Cantner (Universität Jena), Marion Merklein (Universität Erlangen-Nürnberg, Mitglied im acatech Themennetzwerk Materialwissenschaft und Werkstofftechnik) und aus dem Bundesministerium Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Peter Hassenbach, Referatsleiter „Werkstoffinnovationen; Hereon“ im BMFTR, gab einen Überblick über das neue Rahmenprogramm Mat2TWIN sowie über laufende und neue Förderaktivitäten. Hiie-Mei Unger und Katrin Mädler (beide DB Sytemtechnik GmbH), Rolf Werner (Wieland-Werke AG) und Andreas Neidel (Siemens Energy AG) brachten Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis ein.
Anschließend diskutierten die Teilnehmenden über den gesellschaftlichen Impact von Material-innovationen, über Möglichkeiten, den Transfer zwischen Materialforschung und erfolgreichen Materialinnovationen zu beschleunigen und über die Nachwuchsförderung. Schon in der frühkindlichen Bildung gelte es, Lust auf Technik und „Made in Germany“ zu machen.Transfer-Ökosysteme als geschützte Experimentierräume seien stärker bidirektional auszurichten: Forschung müsse mit der Entwicklung und Positionierung am Markt rückgekoppelt werden. Die vorhandenen, starken Forschungsaktivitäten sollten zielgerichteter, europäischer und sektorübergreifend gebündelt werden. Auch Anleihen aus internationalen Best Practice Beispielen im Material- und Rohstoffbereich sowie gezielte Anreize, etwa im Beschaffungswesen, können die Wettbewerbsposition stärken und sollten in der politischen Debatte stärker berücksichtigt werden.


