Materialinnovationen für Sicherheit und Verteidigung im Fokus
Berlin, 27. April 2026
Materialinnovationen sind unverzichtbar, wenn es um Sicherheit und Verteidigung geht: Sie kommen beispielsweise in Antriebssystemen von Flugkörpern zum Einsatz, beim Schutz von Objekten, als Sensoren oder auch Detektoren im Unterwasserbereich. Welche Rolle die Materialwissenschaft im Bereich der Verteidigungsforschung spielen kann, diskutierte das acatech Themennetzwerk Materialwissenschaft und Werkstofftechnik auf Einladung von Sprecher Frank Mücklich in Berlin.
Welche Innovationen und Dual Use-Anwendungen aus dem Materialbereich gibt es? Und wie lässt sich Wissenschaft frühzeitig einbinden, um mit potenziellen Anwendern in Austausch und Koordination zu gelangen? Diese und weitere Fragen behandelten Impulse aus der Wissenschaft, dem Bundesverteidigungsministerium sowie Unternehmen.
Eva-Maria Kern (Präsidentin der Universität der Bundeswehr München) stellte in ihrem Überblicksvortrag die verschiedenen Dimensionen des nationalen Sicherheitsbegriffs vor und ging auf Chancen und Herausforderungen für die Wissenschaft in der Zeitenwende ein. Hendrikje Neumann (Bundesverteidigungsministerium) führte als Vertreterin der Fähigkeitsentwicklung für die Dimension See und Cyber in die aktuelle Situation der deutschen Marine im Bereich der sowohl militärisch als auch zivil genutzten unbemannten Systeme zu Wasser und zu Luft ein. Mit einem Einblick im Kontext der aktuellen politischen Lage stellte sie ein Beispiel für den möglichen Mehrgewinn durch Materialinnovationen vor.
Eckhard Quandt (Universität Kiel), Richard Haas (FibreCoat GmbH) und Fernando Lasagni (Novaindef) stellten Innovationen im Material- und Produktionsbereich vor, die mit Dual-Use-Potenzial aufwarten – also sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Sie ermöglichen beispielsweise die Detektion von Gehirnströmen, aber auch von Unterwasserobjekten. Sie schützen Batterien vor Interferenzen mit Elektronik und können auch Flugobjekte vor einem Abschuss schützen. Advanced Manufacturing kommt in vielen Bereichen zum Einsatz. Deployable Manufacturing ermöglicht die mobile, verlegbare Fertigung, die eine zielgerichtete, Produktion am benötigten Betriebsort erlaubt.
Anschließend diskutierten die Teilnehmenden über Austausch und Vernetzung von Wissenschaft mit dem Verteidigungs- und Sicherheitsbereich vor allem hinsichtlich Anforderungen und Bedarfe. Auch die Offenheit von Wissenschaft versus Schutz sensibler Forschung war ein Thema. Einigkeit bestand, dass innovative Materiallösungen – eine Kernkompetenz Deutschlands – einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit und Verteidigung leisten können.


