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Mobilitätswandel in den Kommunen digital, datengestützt und kooperativ gestalten

© acatech

München, 28. Mai 2026

Wenn Kommunen die Mobilität der Zukunft planen und umsetzen wollen, gilt es für sie zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen: Angefangen bei Nachhaltigkeitszielen, individuellen Mobilitätserwartungen und -anforderungen bis hin zu technologischen Innovationen – alles bei einer angespannten Haushaltslage. Die acatech KOOPERATION „Datenbasierte Mobilitätsinnovationen möglich machen“ bündelt Handlungsoptionen für Bund und Länder, die Kommunen in der Gestaltung der Transformation handlungsfähiger machen können.

Titelbild Kooperation Re MixDirekt zur acatech KOOPERATION
Die acatech KOOPERATION veranschaulicht aktuelle Herausforderungen und Entwicklungspotenziale in der datenbasierten Mobilitätsplanung sowie im kommunalen Austausch und zeigt Pfade zur Stärkung der kommunalen Transformationskompetenzen auf.

Die acatech KOOPERATION verschafft Akteuren einen evidenzbasierten Orientierungsrahmen in der Transformation. Er veranschaulicht, mit welchen Chancen und Potenzialen, aber auch Herausforderungen Kommunen rechnen können, wenn sie datenbasierte Mobilitätsinnovationen und Austauschformate für die Transformation ihrer Mobilitätskonzepte einsetzen.

Bild ist KI-generiert mit Canva Leonardo.AI

Die Ergebnisse sind im Rahmen des Projekts ReMIX (Responsible Mobility Innovation and Experimentation) der Projektpartner Urban Digitainability Lab am TUM Think Tank, MCube – Münchner Cluster für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen, der Professur für Innovationsforschung der Technischen Universität München und acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften entstanden. Sie basieren auf den Erfahrungen aus der „Community of Practice: Städtische Daten für nachhaltige Mobilitätsinnovationen“ (CoP), die Kommunalverwaltungen und Wissenschaft zusammenbringt.

So werden Kommunen handlungsfähiger in der Mobilitätsgestaltung: die Optionen auf einen Blick

 

Rahmenbedingungen für kommunale Kooperation

Bund und Länder sollten den Aufbau und die Verstetigung kommunaler Lernnetzwerke, wie etwa der Communities of Practice, fördern und als fortwirkende Infrastruktur für den Wissenstransfer zur Förderung nachhaltiger Mobilitätslösungen verstehen.

Bund und Länder sollten ihre Hochschul-, Forschungs- und Projektförderung stärker für Kooperationsansätze zwischen Wissenschaft und kommunaler Praxis öffnen. Die Bundesländer sollten die wissenschaftliche Begleitung solcher Lernformate, beispielsweise in Form von Hochschul-Städte-Partnerschaften, institutionell verankern.

Bund und Länder sollten ihre Förderprogramme konsequenter aufeinander abstimmen und den Übergang von temporären Förderstrukturen in dauerhafte Lösungen strukturell berücksichtigen.

Datenbasiertes Arbeiten

Bund und und Länder sollten Kommunen aktiv dabei unterstützen, datenbasiert zu arbeiten und auf bereits bestehende digitale Tools und Infrastrukturen zurückgreifen zu können.

Bund und Länder sollten die Entwicklung von Datenplattformen, Datenräumen und den Aufbau digitaler Zwillinge strategisch unterstützen. Damit wird der Datenaustausch vereinfacht und die Zusammenarbeit innerhalb einer Kommune, zwischen Kommunen sowie mit externen Akteuren gefördert.

Bund und Länder sollten die Entwicklung integrierter Datenstrategien unterstützen, die quantitative und qualitative Daten systematisch miteinander verknüpfen und Aspekte wie Mobilitätsgewohnheiten oder Nutzungsbarrieren berücksichtigen.

Mobilitätstransformation als Gemeinschaftsaufgabe

Besonders im ländlichen Raum sollten Bund und Länder prüfen, wie kommunenübergreifende Aufgaben durch Personalunion effizienter gestaltet werden können, um kleinere Kommunen spürbar zu entlasten.

Mobilitätspolitik sollte stärker als Wirtschafts- und Innovationspolitik verstanden und kommuniziert werden.

Bund und Länder sollten für die Kommunen ein Umfeld schaffen, das deren Innovationsfähigkeit und Experimentierfreude durch positive Fehlerkultur, Planungssicherheit sowie ausreichende finanzielle und kommunikative Unterstützung stärkt. Gleichzeitig sollte durch mutige politische Rückendeckung und gemeinsame Visionen die Mobilitätstransformation als Standortvorteil und Chance für Lebensqualität vorangetrieben werden.

Praxisimpulse für Kommunen

Die im Folgenden skizzierten „schnellen ersten Schritte“ sind als pragmatischer Einstieg für Kommunen in die datenbasierte Mobilitätsplanung gedacht. Sie lassen sich parallel zu den bundes- und landespolitischen Handlungsoptionen realisieren und erhöhen kurzfristig die Umsetzungsfähigkeit in der datenbasierten Mobilitätsgestaltung.

Schnelle erste Schritte

Kommunen sollten für einen schnellen Einstieg in die datenbasierte Mobilitätsgestaltung einen konkreten Anwendungs fall festlegen, der innerhalb von 8 bis 12 Wochen in eine Entscheidung oder Maßnahme übersetzbar ist.

Sie können dazu ein kurzes Dateninventar erstellen, das vorhandene Datenquellen, Datenhalterinnen und Datenhalter, Formate, Zugänge sowie zentrale Hürden sichtbar macht.

Um Reibungsverluste zu reduzieren, sollte eine feste Zuständigkeit für Datenfragen benannt werden, etwa als „Data Steward Mobilität“, mit klarer Schnittstellenfunktion zu Fachamt, IT, Datenschutz und Kommunikation.

Für die Auswahl und Beschaffung digitaler Tools empfiehlt sich ein kurzer Realitätscheck, der Schnittstellen, Export formate, laufende Betriebskosten, Support, Datenhoheit und Lock-in-Risiken berücksichtigt.

Qualitative Daten sollten systematisch ergänzt werden, etwa durch kurze Interviews, Fokusgruppen oder niedrigschwellige Beteiligungsformate, um Konfliktlagen, Nutzungserfahrungen und Wahrnehmungslücken früh zu erkennen.

Schließlich sollte eine minimale Evaluation festgelegt werden – beispielsweise mit zwei Indikatoren und einem kurzen Lernlog, das dokumentiert, welche Daten wofür genutzt wurden, was unklar blieb und was im nächsten Zyklus verbessert werden soll.

Schlagwörter

Kommunen | Mobilität | Stadtentwicklung | Transformation

  • Ansprechpartnerin

    Bianca Balta
    acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
    Wissenschaftliche Referentin
    Tel.: +49 89 520309768
    bianca.balta@acatech.de

    Ansprechpartner Presse

    Clemens Wolf
    acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
    Stellv. Leitung Kommunikation
    Medien & Politik
    c.wolf@acatech.de

  • Publikation

    Titelbild Kooperation Re Mix

    Datenbasierte Mobilitätsinnovationen möglich machen. Impulse für Bund und Länder zur Stärkung kommunaler Handlungsfähigkeit

  • Projekte

    MCube: Responsible Mobility Innovation and Experimentation (ReMIX)

  • Themen

    Mobilität und Logistik

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