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Smarte Maschinen und Künstliche Intelligenz: Der Mensch muss gestalten

Ulrich Eberl (Wissenschafts- und Technikjournalist), Thomas Zeilinger (Beauftragter für Ethik im Dialog mit Technologie und Naturwissenschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern) und Norbert Huchler (Dipl.-Soziologe und Vorstandsmitglied des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung in München) (v.l.n.r.) Bei acatech am Dienstag in der Evangelischen Stadtakademie München. (Foto: acatech)

München, 26. Februar 2019

Im Zusammenhang mit sogenannten selbstlernenden Systemen, zu denen beispielsweise bestimmte Roboter oder smarte Computer zu zählen sind, werden unterschiedliche Zukunftsszenarien diskutiert. „acatech am Dienstag“ ging am 26. Februar in der Evangelischen Stadtakademie in München den Fragen nach, was denn nun genau der Unterschied zwischen künstlicher und menschlicher Intelligenz ist, wie die smarten Maschinen in unserer Umgebung unser Selbstverständnis als Menschen verändern – und welche ethischen und rechtlichen Herausforderungen damit verbunden sind.

Mit einem kurzen Impuls eröffnete der Wissenschafts- und Technikjournalist Ulrich Eberl, Autor des Buches „Smarte Maschinen – Wie Künstliche Intelligenz unser Leben verändert“, den fachlichen Teil des Abends. Er präsentierte vielfältige Beispiele aus verschiedenen Lebensbereichen, in denen smarte Maschinen bereits einen festen Platz in unserem Alltag haben – und stellte die These auf, dass in Zukunft noch viel mehr Objekte in unserer Umgebung „smart“ sein würden. Allerdings betonte Ulrich Eberl, dass smarte Maschinen, trotz ihrer Fähigkeit zu lernen, Spezialisten auf ihrem jeweiligen Gebiet – und damit Fachidioten – bleiben würden.

Dennoch verändern sie unzweifelhaft unsere Gesellschaft. Als besonders kritisch bewertete Eberl beispielsweise die Fähigkeit smarter Maschinen, Analysen über Menschen auf Basis von deren Beiträgen in Sozialen Medien zu machen. Laut Psychologen würden 50 bis 100 Beiträge ausreichen, um die Persönlichkeit eines Menschen in Grundzügen zu beschreiben. Dies könne beispielweise das Personalwesen revolutionieren.

Künstliche Intelligenz darf nicht zu einer „Dequalifizierung“ des Menschen beitragen

Der Soziologe Norbert Huchler, Vorstandsmitglied beim Institut für sozialwissenschaftliche Forschung in München und Mitglied der Plattform Lernende Systeme, relativierte zu Beginn seines Vortrags die häufig von den Medien verbreitete Meinung, dass Künstliche Intelligenz unkontrollierbar, nicht verstehbar und unbeeinflussbar sei. Er unterstrich, dass die Technologie sehr wohl gestaltbar sei – und dass sie durchaus bereits heute nach wirtschaftlichen und politischen Interessen gestaltet werde.

Wichtig sei es, so betonte er, sich weiterhin kritisch mit Künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen und einen vorausschauenden und realistischen Blick auf Anwendungs- und Gestaltungsszenarien zu entwickeln. Künstliche Intelligenz dürfe nicht zu einer „Dequalifizierung“ des Menschen beitragen, nur weil dieser aus Bequemlichkeit dazu neige, mehr und mehr Aufgaben an smarte Maschinen abzugeben. Norbert Huchler schloss seinen Vortrag mit einer These ab: „Der Mensch kann dann mitgenommen werden und im Mittelpunkt der Digitalisierung stehen, wenn die Idee einer funktional begründeten Arbeitsteilung zwischen Mensch und Technik leitend ist für Technikentwicklung und den Technikeinsatz.“

Mehr als einhundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten den Weg in die Evangelische Stadtakademie gefunden, um mit den Experten und Moderator Thomas Zeilinger, Beauftragter für Ethik im Dialog mit Technologie und Naturwissenschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, zu diskutieren. Und am Ende gingen viele in dem Wissen nach Hause: Smarte Maschinen und Künstliche Intelligenz werden unsere Gesellschaft verändern – doch auf welche Weise, da hat der Mensch noch ein Wörtchen mitzureden.

Schlagwörter

acatech am Dienstag | acatech in Bayern | Dialog & Debatte | Künstliche Intelligenz | Mensch-Maschine-Interaktion | Smart Services

  • Kontakt

    PD Dr. Marc-Denis Weitze
    acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
    Leiter Kommunikation
    Gesellschaft & Dialog
    Tel.: +49 89 520309-50
    weitze@acatech.de

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