Technik-Dialog: alte Herausforderungen, neue Ideen
München, 27. Oktober 2025
Wie gelingt der Dialog von Wissenschaft und Gesellschaft? Wie lassen sich Nutzen und Risiken von Technologien darstellen? acatech am Dienstag nahm die Autumn School von „Wissenschaft im Dialog“ und acatech zum Anlass, um am 21. Oktober im acatech Forum mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Autumn School, Fachleuten und Interessierten diese und weitere aktuelle Fragen zur Wissenschafts- und Technikkommunikation zu diskutieren.
Anna Frey (Wissenschaftliche Geschäftsführung acatech) eröffnete die Veranstaltung mit der Schlüsselfrage der Wissenschaftskommunikation: Wie lässt sich Wirkung erzielen? Beatrice Lugger (Vizepräsidentin für Kommunikation, Ludwig-Maximilians-Universität München) knüpfte mit weiteren Ausführungen zu Qualität, Kompetenz, Zielen und Zielgruppenzugang an. Die Politik suche thematisch und zeitlich passgenaue Beratung, betonte Christoph Egle (Geschäftsführer, Bayerisches Forschungsinstitut für Digitale Transformation bidt). Hier liege die Herausforderung in der Vermittlung, dem „Dolmetschen“ zwischen Teilsystemen. Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Verwaltung seien ein prägnantes Beispiel. Weiter kompliziert werde das Geschäft der Politikberatung durch Einflüsse der Medien, durch die sich Politik getrieben sieht.
Wissen vermitteln, Zielgruppen erreichen: neue Ideen
Konkrete Beispiele beleuchteten anschließend die Spannungsfelder der Technikkommunikation: Ob TV-Format „Wer weiß denn sowas?“, außerschulische MINT-Bildungsformate für Kinder, interne Unternehmenskommunikation oder Öffentlichkeitsarbeit einer Forschungseinrichtung. Teilnehmende der Autumn School illustrierten, wie weit die Bandbreite des Kommunikationsalltags zwischen Dramatik und Emotion auf der einen Seite und Fakten und Korrektheit auf der anderen Seite reicht. In der Runde bestärkten sie sich, kommunikative Grenzen auszuloten und bewusst zu überschreiten – beispielsweise durch eine lustige und launige Darstellung der eigenen Forschung. Ein weiteres Spannungsfeld identifizierten die Teilnehmenden im Bereich abstrakte Wissenschaft und Relevanz für den Einzelnen. Wissen unterhaltsam zu vermitteln, mit Geschichten zu verbinden – das könne mitunter Spaß am Wissen bringen, so der Konsens. Für die Kommunikation technikwissenschaftlicher Inhalte sei es zudem wichtig, bereits während der Technikentwicklung Gesellschaft und Politik aktiv in den Diskurs einzubeziehen. Neue Zielgruppen zu erreichen, sei eine gemeinsame Herausforderung aller Akteure der Technikkommunikation: Kooperationen mit geeigneten Partnern können hier einen Mehrwert bieten, um nicht immer dieselben Interessierten zu erreichen.
Plädoyer fürs Abwägen und Reflektieren
Die von Marc-Denis Weitze (acatech Geschäftsstelle) moderierte Diskussion machte deutlich: Wissenschaftskommunikation ist nicht nur affirmativ – also neue Technik stets bestätigend – einzusetzen. Sie muss vielmehr ausreichend Gelegenheit zur Reflexion und zum Abwägen bieten. In Kombination mit einem passenden Kommunikationszeitpunkt hinein in politische und zivilgesellschaftliche Räume sowie zielgruppengerechten Formaten könne eine fruchtbare Interaktion zwischen (Technik-)Wissenschaften, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gelingen.


