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Globale Handelshemmnisse: Culture eats tariffs for breakfast

Teilnehmende der FutureWorkDebatte zu globalen Handelshemmnissen
© Copyright_Berlin 2020 E via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0), Rebecca Haubenreisser, Universität Bielefeld, Frank Riemensperger

München, 20. Februar 2026

Geopolitische Spannungen und steigende Zölle stehen im medialen Fokus – und mit ihnen die daraus resultierenden Unsicherheiten und Handlungseinschränkungen. Wie kann es Unternehmen dennoch gelingen, wettbewerbsfähig zu bleiben und neue Märkte zu erschließen? Warum es lohnt, in dieser Frage den Fokus von der prominent diskutierten Zollpolitik auf die strategische Rolle von HR und kulturelle Veränderungen zu verschieben: Das machte die FutureWorkDebatte zu globalen Handelshemmnissen deutlich.

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Frank Riemensperger (Co-Gastgeber und acatech Präsidiumsmitglied) eröffnete die Debatte mit der Frage, welche tatsächlichen Auswirkungen die aktuell diskutierten Handelshemmnisse für Unternehmen hätten. Julian Hinz (Leiter des Forschungszentrums Handelspolitik, Kiel Institut für Weltwirtschaft IfW, Universität Bielefeld) schärfte den Blick für ein Paradoxon: Obwohl die mediale Aufmerksamkeit hinsichtlich steigender Zölle sehr hoch ist, spielten diese eine vergleichsweise kleine Rolle für den gesamtwirtschaftlichen Effekt. Der Grund: Der außereuropäische Export macht nur etwa zehn Prozent aus, den Löwenanteil setzen deutsche Unternehmen innerhalb Deutschlands und der Europäischen Union ab. Viel gewichtiger seien hingegen die sinkende Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und die Unsicherheiten, die als Reaktion auf die Zolldynamik und geopolitische Spannungen entstehen. Diese hätten den größten wirtschaftlich messbaren Effekt.

Regelbasierte Ordnung weiter auf dem Rückzug

Die bisher geltende Ordnung auf Basis der Welthandelsorganisation (World Trade Organization, WTO) verliere zusehends an Bedeutung bei den Großmächten, erklärte Siegfried Russwurm, gewählter zukünftiger acatech Präsident und BDI-Vizepräsident. Abhängigkeiten von seltenen Rohstoffen und Energie schaffen zusätzliche Unsicherheiten im Welthandelssystem. Die exportorientierte Wirtschaft müsse deshalb lernen, mit diesen massiv geänderten Parametern umzugehen und sich diverser aufzustellen – also neue Märkte zu erschließen und auf Lokalisierung zu setzen. Diese schließe zunehmend auch absatzmarktspezifische Forschung und Entwicklung ein.

Absatzmärkte zu erschließen, erweise sich jedoch oft als herausfordernd, gab Rebecca Haubenreisser (Head of Global HR Strategy, Culture and Employee Engagement FESTO) zu bedenken. Europa sei bereits aus-industrialisiert, die Bedarfe daher nicht mehr hoch. Neue Märkte in Entwicklungsländern hingegen seien zu groß und zu uneinheitlich. Zudem akzeptieren hier die Märkte den Aufpreis für deutsche Qualität noch nicht. Das hemme Wachstum und Expansion.

Deutlich zeige sich auch ein Doppelcharakter der Globalisierung, ergänzte Julian Hinz. Über viele Jahrzehnte hätten deutsche Unternehmen von den aufstrebenden Märkten Südostasiens profitiert. Im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung etablierten sich dort allerdings zunehmend konkurrenzfähige Mitbewerber, die die deutsche Industrie wiederum unter Druck setzten. Die beste Möglichkeit für deutsche Unternehmen, um unter diesen Bedingungen eines intensivierten globalen Wettbewerbs langfristig erfolgreich zu bleiben, läge in Innovation und dem Angebot neuer Kundenvorteile, so Siegfried Russwurm,

Rolle von HR verschiebt sich: von administrativ zu strategisch

Damit die HR-Strategie die Businessstrategie unterstützen kann, brauche das Personalwesen eine langfristige Planung. Es gelte, die Zusammenarbeit, Aufgabenbereiche und auch lokal individuelle Handlungsspielräume in Organisationen zu regeln. Große Unternehmen seien hier im Vorteil, da sie über eine strukturierte, strategische Organisationsentwicklung verfügen, erklärte Rebecca Haubenreisser.

Die Bedeutung eines kulturellen Paradigmenwechsels verdeutliche sich an der Frage nach Dynamik und Geschwindigkeit. Hier gelte es, in Unternehmen schnellere Entscheidungen zu incentivieren, flexibler zu werden und eine kreative Out-of-the-Box-Denkweise zu fördern. Siegfried Russwurm zog den Kreis einer notwendigen kulturellen Veränderung sogar noch weiter – um die gesamte Gesellschaft. Auch die Politik sei an der Reihe, diesen Schritt mitzugehen: Sie müsse die kleinteilige Unterstützung der Wirtschaft aufgeben und Regulierungen abbauen, damit die Wirtschaft lokal und global schneller, individueller und damit wettbewerbsfähiger agieren könne.

Tempo im Wettbewerb mithalten

Die Debatte zeigte: Die aktuellen Handelshemmnisse sind komplex, sie lassen sich nicht auf ein Reizwort wie „Zollkonflikt“ reduzieren. Der Zugang zu neuen Märkten zeigt sich erschwert – nicht zuletzt durch die Zunahme neuer und wettbewerbsfähiger Konkurrenten. Dem gelte es mit einem kulturellen Unterbau zu begegnen, der Schnelligkeit und Flexibilität gleichermaßen in Wirtschaft und Politik ermöglicht:, so fasste Frank Riemensperger abschließend die Debatte zusammen.

Mitschnitt der Debatte

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Über die Debattenreihe Fit for Future Work

Wie gute Zusammenarbeit funktionieren kann und wie die Digitalisierung vom Schreckgespenst und mutmaßlichen Jobkiller zur Chance für gute Arbeit werden kann, bringen aktuelle Impulse des HR-Kreises auf den Punkt. In seiner Debattenreihe „Fit for Future Work“ stellt der HR-Kreis seine Thesen öffentlich zur Diskussion. Aktuelles und Positionen rund um die Debattenreihe in den sozialen Medien:

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Schlagwörter

Arbeitsmarkt | Arbeitswelten der Zukunft | Führungskräfteentwicklung | FutureWorkDebatte | HR Kreis

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