
In 2008 beauftragte Bundeskanzlerin Angela Merkel u. a. die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften mit der Konzeption eines Beratungsgremiums zu innovations- und forschungspolitischen Fragen. In diesem Zusammenhang hat acatech zwei Projekte etabliert: die Geschäftsstelle des Innovationsdialogs zwischen Bundesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft und das Innovationsforum.
Mehr Informationen unter: http://innovationsberatung.acatech.de
Ein wesentliches Ziel von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften ist es, Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen zu beraten. Die von acatech zur Verfügung gestellten Analysen und Empfehlungen sollen der Politik helfen, fundierte Sachentscheidungen zu treffen.
Das Wirken der Akademie zielt zudem darauf ab, die Gesellschaft zu informieren und sie bei der Meinungsbildung in Bezug auf komplexe Probleme und Fragestellungen zu unterstützen.
acatech greift einerseits Themen aus eigener Initiative auf und nimmt andererseits auch Beratungsaufträge seitens der Politik an. Die Beratung von Politik und Gesellschaft durch die Akademie ist wissenschaftsbasiert, unabhängig, parteipolitisch neutral und gemeinwohlorientiert.
Die wissenschaftliche Aufarbeitung technologiepolitischer Fragestellungen, die Entwicklung von Handlungsempfehlungen und die politische Kommunikation durch die Akademie orientieren sich an bewährten Kodizes. Dies sind die Leitlinien Politikberatung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften: Leitlinien Politikberatung. Berlin 2008) sowie die Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) (Deutsche Forschungsgemeinschaft: Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, Empfehlungen der Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“. Bonn 1998).
Darüber hinaus orientiert sich acatech bei der Politischen Kommunikation, die die Politikberatung der Akademie maßgeblich unterstützt, an der Richtlinie des Deutschen Rates für Public Relations zur Kontaktpflege im politischen Raum (DRPR) (Deutscher Rat für Public Relations: DRPR-Richtlinie zur Kontaktpflege im politischen Raum. Bonn 2004) und an dem Verhaltenskodex der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung (de’ge’pol) (Deutsche Gesellschaft für Politikberatung: Verhaltenskodex. Berlin 2003).
acatech fühlt sich bei der Politik- und Gesellschaftsberatung und der Politischen Kommu-nikation den Prinzipien der Wahrhaftigkeit, Unabhängigkeit und Transparenz verpflichtet. Daraus ergeben sich folgende Vorgaben für die Akademie und deren politische Beratungsgremien, für die beteiligten Fachexperten sowie für die Auftraggeber.
(1)
acatech sorgt dafür, dass die von der Akademie geleistete Beratung auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft geschieht.
(2)
Die Akademie sorgt dafür, dass die für die Bearbeitung eines Themas relevanten Fachkompetenzen auf höchstem Niveau in der Projektgruppe vertreten sind und dabei sowohl die Perspektiven der Wissenschaft als auch der Wirtschaft angemessen berücksichtigt werden.
(3)
Alle an einem Beratungsprojekt Beteiligten werden aufgefordert, ihre Interessen und Abhängigkeiten offen zu legen, die Zweifel an ihrer Unvoreingenommenheit wecken könnten.
(4)
Ein Begutachtungs- und Syndizierungsprozess stellt sicher, dass die Arbeitsergebnisse aus acatech Projekten dem besten Stand der Wissenschaft entsprechen, alle relevanten Aspekte berücksichtigen und Handlungsalternativen oder -empfehlungen nachvollziehbar aus den präsentierten Analysen abgeleitet sind.
(5)
Alle syndizierten Arbeitsergebnisse werden veröffentlicht. Der Entstehungsprozess einschließlich Nennung der Mittelgeber und der Mitwirkenden sowie ihrer institutionellen Bindungen wird dabei transparent gemacht. Die Akademie bestimmt in Eigenverantwortung über den Veröffentlichungszeitpunkt und -umfang.
(6)
Die Akademie informiert mittels ihrer Öffentlichkeitsarbeit kontinuierlich über ihre Aktivitäten im Bereich der Politik- und Gesellschaftsberatung und der Politischen Kommunikation.
(7)
Wird ein Beratungsprojekt auf der Basis eines Auftrags durchgeführt, erwartet die Akademie vom Auftraggeber, dass die Beratungsergebnisse ausgewogen in der Öffentlichkeit dargestellt und abweichende Interpretationen begründet werden.