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Presseinformation, Aktuelles Thema

acatech Akademietag in Hannover: Die Medizin wird individuell zugeschnitten

Beim acatech Akademietag in Hannover diskutierte die niedersächsischen Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić mit Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über die Medizin der Zukunft. (Foto: acatech/D. Ausserhofer)

Hannover,

23. Mai 2016

Modernste Medizintechnik und die Verknüpfung medizinischer Daten ermöglichen eine Individualisierung in Diagnostik und Therapie. Über die Medizin der Zukunft sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Akademietags von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften am 23. Mai in Hannover, an dem Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić teilnahm. Niedersächsische Unternehmen und Akademiemitglieder des Landes zeigten, wie Bioimplantate, molekulare Diagnostik, Telemedizin und Co den Gesundheitsbereich verändern.

 

Im Mittelpunkt des acatech Akademietages am 23. Mai 2016 in Hannover stand die Medizintechnik. Mitglieder der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften – führende Technikwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler – diskutierten im Schloss Herrenhausen mit der niedersächsischen Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić und Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. 100.000 Beschäftigte in der Medizintechnik erwirtschaften deutschlandweit jährlich mehr als 25 Milliarden Euro Umsatz. Niedersachsen gehört dabei zu den Leitregionen und hat Landesinitiativen wie das Innovationsnetzwerk Life Sciences und die Initiative eHealth.Niedersachsen auf den Weg gebracht.

 

„Der Austausch mit Expertinnen und Experten aus den verschiedensten Disziplinen, der Wirtschaft und der Gesellschaft ist eine zentrale Grundlage für Innovation, gerade auch im Gesundheitsbereich. Die wissenschaftlichen Akademien in Deutschland, insbesondere acatech, fördern diesen wichtigen Dialog“, erklärte Ministerin Heinen-Kljajić. Die Wissenschaftsministerin ermunterte die Mitglieder von acatech, sich weiterhin einzubringen, Stellung zu beziehen und auch kritische Diskussionen anzustoßen.

 

Big Data, Hightech-Implantate und Telemedizin erlauben neue, individuelle Therapieansätze. Sie verbessern Therapien, erhöhen die Lebensqualität und lassen Patienten und älteren Menschen mehr Unabhängigkeit. Ebenso sind sie mit rechtlichen, ethischen und ökonomischen Fragen verbunden. „Die Medizin wird immer stärker auf den einzelnen Menschen zugeschnitten, also individualisiert“, sagte acatech Präsident Reinhard F. Hüttl. „Vielfältige Patientendaten, maßgeschneiderte Fertigungsverfahren und modernste Analysemethoden ermöglichen diese Individualisierung der Medizin. Wir sollten in Deutschland die zugrunde liegende Medizintechnik auch in Zukunft weiter entwickeln und zum Wohle der Menschen nutzen.“

 

Obwohl Deutschland innovative Gesundheitstechnologien hervorbringt, erreichen sie die Patienten erst mit großer Verzögerung. Die Hürden auf dem Weg zum Patienten sind so hoch sind wie in kaum einem anderen Land; Zulassungszeiten von bis zu 15 Jahren sind keine Ausnahme. In ihrer Position „Innovationskraft der Gesundheitstechnologien“ spricht sich die Akademie deshalb dafür aus, Zulassungsverfahren weiter zu vereinfachen und stärkere Anreize für die Forschung und Entwicklung zu schaffen.

 

Ein wichtiger Wegbereiter für die individuelle Medizin ist die Digitalisierung: Bereits im Projekt „Smart Service Welt – Internetbasierte Dienste für die Wirtschaft“ hatte acatech Grundlagen für gemeinsame Service-Plattformen erarbeitet, die Diagnostik und Versorgung von Erkrankten verbessern. Zentrale Herausforderungen dabei sind Fragen der Datensicherheit, des Datenschutzes und der Souveränität der Patienten über personenbezogene, sensible Daten. Unter Federführung von acatech erarbeiten die Wissenschaftsakademien Deutschlands derzeit eine gemeinsame Stellungnahme zu den medizintechnischen Entwicklungen, die einen integralen der Bestandteil individualisierten Medizin bilden.